Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton

Rezension, Buchbesprechung zu Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton

Heute geht es um ein wirklich besonderes Buch: „Der Tod und das dunkle Meer“ von Stuart Turton. Eine Kriminalroman, der uns mitnimmt in das Jahr 1634 und auf eine abenteuerliche, spannende und unheimliche Reise auf dem Meer und der „Saardam“. Eine ohnehin gefährliche Überfährt von Indonesion zurück zu den Niederlanden wird überschattet von dem Fluch, den ein Aussätziger ausspricht, noch bevor die Schiffe der Ostindien-Kompanie überhaupt in See stechen. Aber gibt es wirklich einen Fluch, der die Besatzung und Passagiere bedroht, oder treibt vielleicht etwas viel Realeres sein Unwesen auf dem Schiff?

Stuart Turton konnte bereits mit seinem ersten Buch „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ begeistern und so bin ich gespannt an das zweite Buch heran gegangen. Konnte er mit dem ersten Buch mithalten? Würden meine Erwartungen erfüllt? Was soll ich sagen? Ja und er versteht es einfach eine historische Fiktion zu schreiben, mit der er den Leser in seinen Bann zieht. Geschickt webt er die Story rund um Sammy Pipps, seinen Gefährten und Helfer Arent Hayes sowie Sara Wessel, der Frau des Generalgouverneurs Jan Hahn.
Scheinbar treibt ein Teufel/Dämon, der „Der alte Tom“ genannt wird, sein Unwesen auf der Saardam. Tiere werden grausam getötet, sein Symbol taucht überall auf und nachts werden den Passagieren und der Mannschaft Versprechen zugeflüstert, was Ihnen möglich ist falls Sie einen Pakt eingehen… Die Angst geht um, der Aberglaube treibt Blüten und alle fürchten sich vor dem, was passiert. Acht Monate auf See sind eine lange Zeit…

Aber ist wirklich alles so wie es scheint? Gibt es wirklich einen Teufel/Dämon, der sein Unwesen treibt, oder ist die Lösung eine völlig andere?

Stuart Turton beweist hier, dass er der Meister im falschen Fährtenlegen und der Plottwists ist. Gebannt habe ich an den Zeilen gehangen und verfolgt was passiert. Auch legt er die Protagonisten und Protagonistinnen gewissenhaft an. Er schafft sympathische Hauptfiguren und eine unglaubliche Menge an unsympathischen, die sich alle auf diesem Schiff befinden. Ich glaube ich habe selten so viele Protagonisten in einem Buch gehabt, die ich unsympathisch, bösartig und stellenweise widerlich fand. Auch wenn ich nicht an den Teufel geglaubt habe, so sind mir zwischendurch Zweifel gekommen, er versteht es diesen zu sähen.

Aberglaube, Hexenjagd, Machtgierig – Stuart Turton führt uns in ds dunkle Meer der menschlichen Abgründe. (Tropen Verlag)

Der Schreibstil ist bildgewaltig, historisch nicht korrekt aber hervorragend zu lesen. Stuart Turton erhebt für sich auch keinen historisch korrekten Anspruch. Er schreibt die Geschichte so, dass sie in seinen Plot passt und dem Leser Spaß bereitet. Er verschlankt wo es nötig ist und beschreibt so, dass man als Leser die Bilder vor Augen hat. Auch wenn man keine Ahnung von Schiffen hat, so hilft einem die Karte im Buch zu verstehen wo sich was befindet und wo sich die einzelnen Begebenheiten zutragen. Das Schlusswort vom Autor ist großartig und beginnt mit:“Sei gegrüßt, Freund.“ Ein geschickter Trick, den Leser noch ein wenig mehr um den Finger zu wickeln – bei mir hat es auf jeden Fall hervorragend funktioniert.

Für mich ist „Der Tod und das dunkle Meer“ von Stuart Turton ein gelungener Kriminalroman im historischen Setting auf hoher See. Ein begrenzter Ort, dem niemand entkommen kann.  Ein besonderer Roman, der mich begeistert hat und mir großartige Lesestunden bereitet hat und er zählt für mich zu den Lesehighlights diesen Jahres.

Eine klare Leseempfehlung für Freunde von außergewöhnlichen Geschichten und Kriminalromanen.

Wer möchte kann auf der Seite des Verlags einen Blick ins Buch werfen: hier

Buchinformationen:
Rezension, Buchbesprechung zu Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton

(c) Tropen Verlag

1634: Ein Schiff auf dem Weg von Indonesien nach Amsterdam. Eine dunkle Prophezeiung und ein Detektiv, der selbst Gefangener ist. Samuel Pipps und Arent Hayes stehen vor dem Fall ihres Lebens, denn der Teufel ist mit an Bord. Aberglaube, Hexenjagd, Machtgier – Stuart Turton führt uns ins dunkle Meer der menschlichen Abgründe.
Gerade noch hat Samuel Pipps im Auftrag der mächtigen Männer der Ostindien-Kompanie einen kostbaren Schatz in der Kolonie Batavia wiedergefunden. Nun befindet er sich auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Sein Assistent und Freund Arent Hayes ist mit an Bord der Saardam. Genau wie der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Doch kaum auf See, beginnt der Teufel sie heimzusuchen. Unerklärliche Morde geschehen, und ein Flüstern weht durch das Schiff, das alle an Bord dazu verführt, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben. Pipps muss seinem Freund Arent und Sara dabei helfen, ein Rätsel zu lösen, das alle Passagiere verbindet und weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bevor das Schiff sinkt und sie alle in die Tiefe reißt. (c) Tropen Verlag

TropenVerlag
Erscheinungsdatum: August 2021
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 608 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3608504915
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3608504910
Originaltitel ‏ : ‎ The Devil and the Dark Water
übersetzt von Dorothee Merkel
Auch als EBook und Hörbuch erhältlich

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30/10/2021 17:30

Huhu meine Feine,
endlich wieder mal ein Kommi <3 Der Titel steht schon auf meiner Wunschliste, sein Debüt fand ich zu gelungen, um nicht noch mehr von ihm lesen zu wollen. Bezüglich der Protas und das es so viele unsympathische sind macht mich ja neugierig hihi, aber auch das er es scheinbar wieder gelungen umsetzt, die Wirrungen und Co. a rutscht der Titel doch gleich mal höher in der WuLi.

Muckelige Grüße!