Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier

Rezension, Buchbesprechung zu Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier

Lust auf eine kleine Reise? Vielleicht sogar auf eine Reise für Raum und Zeit? Tja, dann packt man eure Köfferchen und kommt mit. Koblenz anno 1379 wartet auf uns.
Lasst uns doch die Freunde Reinhild, Conlin und Palmiro begleiten und ihre Geschicke erleben.

Petra Schier entführt und also ins Jahr 1379. Die Zeit der großen Inquisition (nicht zu verwechseln mit den großen Hexenverbrennungen!), wo die Mutter Kirche und ihre ehrgeizigen hohen Herren in Rom es sich zur Aufgabe machen vermeintliche Ketzer Dingfest zu machen und ihre Spione und Söldner in alle Ecken der Welt entsenden.

Ketzer – was ist das eigentlich?

Im großen und ganzen jeder, der nicht nach den klaren Regeln der Kirche spielt.
Der sich erdreistet Gottes Allmacht zu hinterfragen, die Kirche zu hinterfragen, eine eigene Meinung pflegt und einfach anders ist. Es konnte also jeder unter den Verdacht der Ketzerei fallen: kräuterkundige Frauen, Nachfahren der Templer, Homosexuelle…

“Was ist die Liebe, wenn sie tief im Herzen eingeschlossen bleiben muss? Was ist sie, wenn sie nicht gezeigt, gefühlt, geteilt und gelebt werden darf? Sie wäre kümmerlich und nicht der Bezeichnung Liebe wert.” (S. 464)

Ich gestehe, dass der Anfang der Geschichte ein wenig…sagen wir erschlagend ist. Man wird regelrecht mit einer Flut von Namen und Verästelungen der Stammbäume bombardiert. Doch keine Sorge, die Flut ebbt alsbald ab und man hat sich im Grunde nur noch auf drei Figuren zu fokussieren: Reinhild, Conlin und Palmiro.

Aber was verbindet diese drei doch recht unterschiedlichen Figuren miteinander?
Antwort: Zahllose dunkle Geheimnisse, eine Freundschaft aus Kindertagen, manchmal auch die Familie und ein mystisches Artefakt (welches scheinbar einen Willen besitzt) und einer langen, turbulenten Geschichte. So ist es diesem Artefakt zu verdanken, dass drei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, seit Jahrhunderten in Freundschaft verbunden sind.

Wir begleiten sie auf ihren Reisen durchs Umland und ihren Alltag. Und erfahren, dass der Adel und das Ritterrum, wie man es bisher kannte, sich im Wandel befindet und immer häufiger sich im Handel verdingen. Wir lernen sie im einzelnen und ihre Geheimnisse nach und nach kennen, nur um am Ende neuen Fragen gegenüber zu stehen. Wir erleiden mit ihren tiefe Schicksalsschläge, verfluchen das Leben, Freundschaften auf den Prüfstand stellen und lernen die verschiedenen Facetten der Liebe kennen.

Schneller als es einen lieb sein kann, ist das Buch zu Ende und lässt einem mit mehr Fragen als Antworten und einem Cliffhanger, der eindeutig verboten gehört, zurück.

Ich habe jede Seite genossen und freue mich nun auf die Fortsetzung, ob ich dort Antworten auf meine zahlreichen Fragen finden werde?

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar

5 von 5 Sternchen

1379: Im Schutz einer Handelskarawane wollen Reinhild und ihr Gemahl in ihre Heimat Koblenz zurückkehren. Als sie von einer marodierenden Räuberbande überfallen werden, entgeht Reinhild nur knapp dem Tod, während für ihren Mann jede Hilfe zu spät kommt. Langsam erholt sie sich von den schrecklichen Ereignissen, doch sie weiß: Um ein Auskommen für sich und ihren Sohn zu haben, wird sie wieder heiraten müssen. Ein Gedanke, der ihr Angst macht. Trotzdem wird ihr immer klarer, dass es nur einen Mann gibt, der für sie in Frage kommt – auch wenn sie sicher ist, dass ihr Vater diese Verbindung niemals gutheißen wird.

HarperCollins; 1. Edition (24. August 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Taschenbuch ‏ : ‎ 528 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3749901589
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3749901586

 

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