Liebe, Eis und Schnee von Annabelle Costa

Ein Porsche ohne Winterreifen, mit rund 110 Sachen durch einen Schneesturm mitten im Nichts zu lenken, klingt nicht nur ungesund, es ist auch einfach nur dumm. Also den Darwin-Award will ich denen erstmal nicht schenken. Wovon ich rede?

Es beginnt wie ein Märchen. In der Hauptrolle: ich, als Jungfrau in Nöten. Na gut, das mit der Jungfrau stimmt nicht ganz, aber in Not bin ich wirklich, denn ich sitze im Schneesturm in einem Porsche fest, mitten im Nirgendwo. Kein Essen, kein Handynetz, nicht mal ein Lockenstab.
Auftritt des schneidigen Helden: eine dunkle Gestalt im strahlend weißen Schnee, bereit, mir zu Hilfe zu eilen! Nur entpuppt sich mein Prinz auf seinem edlen Ross bei näherem Hinsehen als bärtiger Waldschrat mit Augenklappe und einem verbeulten Pick-up.
Ja, Jake hat mir das Leben gerettet. Aber er ist so knurrig, dass es mir echt schwerfällt, ihm dafür dankbar zu sein. Und mal abgesehen davon weiß ich nicht, ob ich ihm trauen kann, denn ganz offensichtlich umgibt ihn ein gefährliches Geheimnis …

Schneller als Natalie und ihr (noch) Freund – ich hätte ihn schon längst abgeschossen! – versehen, landen die zwei Stadtkinder in einer fetten Schneewehe. Nur durch Glück und Zufall wird das Duo vom “Waldschrat” (seine Worte) gerettet.
Zwischen Jake und Chase liegen Universen.
Chase: leutselig, attraktiv, modän und mit jeder Pore Mr. Wunderbar.
Jake: tja das genaue Gegenteil. Dennoch ich bin ganz klar #TeamJake!!!

Anfänglich wirkt alles ziemlich Chiklit-lastig und Natalie könnte dem Leser so ziemlich auf die Nerven gehen, wenn da nicht Chase wäre. Denn der läuft ihr da innerhalb von Sekunden den Rang ab. (Also für meinen Teil hätte man den Wicht ruhig erfrieren lassen können oder so!)

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Natalie erzählt. Sie brilliert mit Humor, der speziell in der Ahnungslosigkeit von Natalie begründelt liegt. Es ist halt doch zu komisch, wenn das verwöhnte, reiche Mädchen aus der Stadt mitten im Nichts strandet. In einer Welt ohne Strom, Internet oder warmes Wasser. Aber Natalie beweist Rückgrat und Grips – was ich ihr anfänglich nicht wirklich zutrauen konnte – und passt sich an und will mehr über Jake erfahren.

Annabelle Costa versteht es auch mit rasanten Wendungen den Spannungsbogen immer wieder hoch zu halten und die Geschichte in ganz neue Richtungen zu lenken.
Dennoch war mir das Ende dann doch etwas sehr offen, daher gibt es von mir nur 4 von 5 Schneeflocken.

(c) Second Chance Verlag

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