Triceratops von Stephan Roiss

Rezension, Buchbesprechung zu Triceratops von Stephan Roiss

Bevor dieses Buch  nominiert wurde für den Deutschen Buchpreis hatte ich dafür eine Anfrage im E-Mail-Eingang. Die Agentur Buch Contact hatte mich angeschrieben, ob ich Interesse an dem Buch “Triceratops” von Stephan Roiss hätte.

Alleine der Klappentext und die dazugehörige Pressinformation hat meine Neugier geweckt, so dass ich ohne zu zögern ein Exemplar für mich angefragt habe.

Stephan Roiss legt mit “Triceratops” seinen ersten Roman vor, der bereits für Auszüge Preise verliehen bekommen hat. Aber worum geht es in dem Buch?

Ein kleiner Junge malt Monster in seine Schulhefte und spricht von sich selbst als Wir. Seine Mutter schluckt in der geschlossenen Anstalt Neuroleptika mit ungesüßtem Früchtetee hinunter. Der bibeltreue Vater kocht nur Frankfurter und die Schwester bewegt sich wie ein Geist durch das Haus. Die einzigen Vertrauten des Jungen sind die Aschbach-Großmutter und später die blauhaarige Helix, die auf ihrem Snakeboard in sein Leben fährt. Eines Tages ereignet sich eine Tragödie, die das Wir und die ganze Familie von Grund auf erschüttert.In harten Schnitten und bildhaften Szenen erzählt Stephan Roiss die Geschichte seines namenlosen Protagonisten, der dem Trauma und der Einsamkeit zu entfliehen versucht. Ein intensiver Roman, der lange nachhallt.

(c) Kremayr & Scheriau

Der Autor schreibt Prosa, Lyrik und Texte für Graphic Novels und genau das merkt man dem Buch auch an. Die einzelnen Abschnitte sind Ausschnitte der aktuellen Situation und es ist immer so, als ob das Licht angemacht wird und man bekommt eine Szene gezeigt. Dann geht das Licht aus und die nächste Szene folgt.
Die Sätze sind roh, wirken manchmal etwas ungeschliffen haben aber doch eine ungeahnte Dringlichkeit in sich.

Stephan Roiss verschwendet keinen Satz, kein Wort zu viel wird geschrieben. Er presst die Essenz des Lebens des namenlosen Protagonisten heraus. Er lässt uns einen Blick in die völlig kaputte Familie werfen und beschreibt ohne Schonung, was das mit dem Jungen macht. Ein Junge, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat, denn ansonsten würde er sich selber nicht als “Wir” bezeichnen.

Eines Tages brachen wir ein ungeschriebenes Gesetz. Wir hörten, dass Mutter zu weinen begann. Doch diesmal gingen wir nicht hinunter. Leise schlossen wir die Tür unseres Zimmers und schalteten das Radio an.

Ich persönlich finde, dass es ein sehr markantes Werk ist an dem man sich reibt als Leser. Leicht macht der Autor einem das Lesen nicht.

Ich persönlich stehe “Triceratops” von Stephan Roiss sehr gespalten gegenüber. Auf der einen Seite fand ich den ungewöhnliche Stil und die Geschichte interessant, aber es war kein angenehmes Buch. Es ist ein Buch, das ich zugeklappt habe und dachte: Okay…das war strange.

Wer mag, der kann auf der Seite von Kremayr & Scheriau eine Leseprobe anklicken zu dem Buch.

 

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Buchinformationen:
Buchbesprechung, Rezension zu Triceratops von Stephan Roiss

(c) Kremayr & Scheriau

Erscheinungsdatum: August 2020
208 Seiten, Hardcover
Verlag:Kremayr & Scheriau
ISBN: 978-3-218-01229-4

Auch als EBook erhältlich:
ISBN: 978-3-218-01245-4

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