Rückkehr nach River’s End von Nora Roberts

Ich sage mal nur zwei Worte: NORA ROBERTS!
Muss ich noch mehr sagen?
Nachdem sie mir ja mit ihrem Kurzroman neulich eher….sagen wir mal herbe enttäusch hat, wollen wir doch mal sehen, ob sie es mit diesem Buch ausbügeln und sie mich wieder für sich begeistern konnte.

Aber ACHTUNG! Es handelt sich um eine Neuauflage eines ihrer Werke aus den späten 90ern!

Eines Nachts wird die kleine Olivia Zeugin eines blutigen Mordes und verliert auf schreckliche Weise ihre Eltern. Erst in der friedlichen Abgeschiedenheit von River’s End, weit entfernt vom Ort des Geschehens, verlieren die Bilder über die Jahre ihre bedrohliche Kraft. Aber Olivia muss noch einmal in ihre Vergangenheit eintauchen, denn sie kann dem Mann, der hinter dem Verbrechen steht, nicht entrinnen.
(heyne)

Die Lebensgeschichte von Livvy umfasst rund zwanzig Jahre und wird in vier Stationen beleuchtet.

  1. 1979 – Livvy ist 4 Jahre und wird Zeugin am Mord ihrer Mutter durch den drogensüchtigenen Vater.
  2. 1987 – Livvy an der Grenze zum Teenager, der mehr über den Mord an seiner Mutter erfahren will.
  3. 1993 – Livvy als fleißige Studentin, die erstmals seit ihrer Kindheit wider auf Noah trifft.
  4. 1999 – es sind seit dem Mord an der Mutter zwanzig Jahre vergangen und die Haftstrafe des Mörders gilt somit als abgegolten. Livvy ist 24, Noah 30 und erfolgreicher True-Crime-Autor. Seit jeher ist er von den Mord an Julie McBride gebannt und will die Hintergründe aufarbeiten und in seinem Buch verarbeiten. Was geschah damals? Wer war und ist Sam Tanner? Warum musste Julie sterben?

Im Fokus der Handlung steht nicht der Mord oder das Opfer, sondern die daraus resultierenden Folgen. Die Trauer der Angehörigen, die Sensationslust der Medien, der bissige Klatsch und Tratsch….und was sone brutale Tat mit einer kleinen Kinderseele machen kann.

Erst ab 1999 tritt der Mord, die Zeit davor und der Mörder in den Fokus. In mühevoller Kleinstarbeit klaubt Noah alle Informationen zusammen und erstellt so ein klares Bild aus alles erdenklichen Blickwinkeln von Julie und ihren Tod.
Es ist somit nur logisch, dass er auch Livvy aufsucht, um sie zu interviewen. Doch auf die Gefühle und gegenseitige Anziehung sind beide nicht vorbereitet. Besonders Livvy nicht, die die Meinung vertritt, dass Gefühle (besonders Liebe) abhängig, angreifbar und unselbstständig machen. Wird Noah sie aus ihrer Glocke locken und von der Liebe überzeugen können?

Aber auch der Mord an Julie McBride zieht noch immer seine Kreise und wirft je tiefer man gräbt neue Fragen auf. Ist Tanner ein Monster, dass sich in seinem Schauspieltalent versteckt oder birgt sich weit mehr im Nebel der Vergangenheit?

Ein wirklich gefühlvoller und spannender Roman mit beeindruckenden Szenenbild. Man will auch seinen Rucksack packen und in den Wald!
Die Liebesgeschichte ist nicht zu schmalzig und überladen, sonder fügt sich ganz dezent in das Gesamtkonzept ein. Sie zeigt quasi sogar auf, dass der Mord nicht nur Zerstörung mit sich brachte, sondern auch den Weg zweiter Unbekannter verknüpfte.

Klare Leseempfehlung von mir und all jene, die ein Stückchen tiefer blicken möchten.

5 von 5 Tannenzapfen.

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