Der Revolver von Fuminori Nakamura

Rezension, Kurzmeinung zu „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura

Es hat lange gedauert, aber endlich dürfen wir auch den Diogenes Verlag bei uns begrüßen und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit diesem #indieverlag in der Zukunft. Das erste Rezensionsexemplar, das ich angefordert habe ist „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura und ich habe mich  sehr auf dieses Buch gefreut.

Ich bin auf diesen Roman aufmerksam geworden, weil er im letzten Jahr auf der Krimibestenliste gestanden hat und dort mit der Story sofort meine Neugier geweckt hat. Eine Leiche, ein Revolver, ein junger Student, der den Revolver an sich nimmt und welche Konsequenzen daraus entstehen…  Das ist der rote Faden, der sich durch das Buch zieht.

In einer Regennacht findet ein junger Mann in den Straßen von Tokio eine Leiche – und neben ihr einen Revolver. Nishikawa nimmt die Waffe an sich und entwickelt schon nach kurzer Zeit eine unheimliche Obsession. All seine Gedanken, sein ganzes Leben kreisen um das perfekte kleine Wunderwerk. Und um die vier Kugeln, die sich noch immer in der Trommel befinden. Irgendwann ist es nicht mehr genug, die Waffe zu besitzen. Er muss sie abfeuern. (c) Diogenes Verlag

Es ist das Debüt des Autors, das aber jetzt erst übersetzt wurde. Es wurde aus dem Japanischen übertragen von Thomas Eggenberg.

Es ist ein besonderer Roman.
Nakamura hat einen sehr ruhigen Stil, der aber nicht minder eindringlich ist. Angenehm ist der Sprachfluss und die Rhythmik passt hervorragend zur Geschichte. Wir verfolgen die Geschichte aus Sicht des Hauptprotaginisten in der Ich-Form, die ich hier extrem gut gewählt finde. Sie ermöglicht uns als Leser einen noch tieferen Eindruck in die Psyche des Studenten.

Wir als Leser können die Entwicklung des Protagonisten fast körperlich spüren. Der Revolver wird zum Mittelpunkt seines Lebens. Er hütet ihn, er poliert ihn und er kann ihn nicht alleine lassen… Er hat den Eindruck, als ob der Revolver für ihn bestimmt war/ist und als ob er zu ihm spricht. (Zumindest im übertragenen Sinne.)

Der Revolver war wie ein unzähmbares, eigenwilliges Wesen. Und ich ahnte, dass ich diesem mächtigen fordernden Wesen nicht mehr lange würde standhalten können…

Zitat Seite 92

Der Autor lässt uns an der Abwärtsspirale teilhaben. Wir möchten gerne in das Buch greifen und den Studenten schütteln. Aber so bleibt uns nichts anderes übrig, als den stetigen psychichen Verfall zu verfolgen und dabei zu hoffen, dass doch alles ein gutes Ende nimmt…

Ein unglaublicher Roman, den ich gerne empfehle!
Tragisch, dramatisch und anderes als erwartet hat mich „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura gepackt und überzeugt.

Hier geht es zur Leseprobe des Romans auf der Seite von Diogenes.

Vielen Dank nochmal an den Verlag für das Leseexemplar.

Buchinformationen:
Kurzmeinung zu „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura Rezension

(C) Diogenes Verlag

 

Diogenes Verlag
Ausgabe: Hardcover Leinen
192 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.09.19
ISBN: 978-3-257-07061-3

Auch als EBook erhältlich.

 

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