Paper Ghosts von Julia Heaberlin

Rezension, Buchbesprechung zu Paper Ghosts von Julia Heaberlin

„Manche Erinnerungen sind gefährlicher als die Wahrheit“ lautet der Satz auf dem Cover des Buches „Paper Ghosts“ von Julia Heaberlin.

Ich finde, dass sowohl der Titel als auch der Satz perfekt zum Buch passen. Denn die Protagonistin kämpft mit den Geistern der Vergangenheit und Erinnerungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Buches.

Aber ein Thriller, wie es auf der Innenseite des Klappentextes steht, den finden wir hier definitiv nicht. Es ist ein Roman, eine Art merkwürdiger Roadtrip…

Jahrelang hat Grace auf diesen Moment hingearbeitet. Sie hat trainiert, sie hat recherchiert. Jetzt ist sie sicher, dass der alte Mann neben ihr auf dem Beifahrersitz der Mörder ihrer Schwester ist.
Carl Louis Feldman ist Fotograf. Die Frau auf dem Fahrersitz behauptet, dass er eine Reihe von Mädchen umgebracht hat. Doch er weiß nichts davon. Er hat ohnehin kaum mehr Erinnerungen an sein Leben.
Je länger der Road Trip dauert, desto größer werden die Zweifel. Ist Carl ein gebrochener, dementer Mann, dem schreckliches Unrecht widerfährt? Oder ist er ein Psychopath, der ein grausames Spiel spielt?

(c) Goldmann Verlag

Grace ist die übrig gebliebene Tochter, die den Tod Ihrer geliebten Schwester Rachel nicht überwinden kann.
Schon als Kind ist sie wie besessen davon, den Mörder Ihrer Schwester zu finden.
Als sie glaubt, ihn mit Feldman gefunden zu haben, entwickelt sie einen unglaublich schwachsinnigen Plan. Sie will den dementen alten Mann dazu bringen ihr zu gestehen, wo er ihre Schwester umgebracht hat.

Das ist eigentlich schon der komplette Plot und wir begleiten die beiden bei Ihrer Reise durch Texas. Leider völlig unspannend. Es sind Erzählungen der einzelnen Stationen, eine Beschreibung von Feldmans Zustand und von ihrer geistigen Verfassungen. Kapitel um Kapitel wird es uns aufgezeigt.
10 Tage reisen wir durch den Staat und immer mehr fragen wir uns: WARUM?

Die Idee ist gut, aber die Umsetzung hier für mich nicht. Es ist langatmig und extrem konstruiert. Ich habe mich gefragt, warum sie als Kind nicht in psychiatrischer Behandlung gewesen ist, denn die hätte sie nötig gehabt. Ich gestehe, dass ich ab einem gewissen Punkte nur noch quer gelesen habe und dann wirklich ans Ende gesprungen bin, da ich zumindest wissen wollte, ob es eine Auflösung gibt. Gibt es…aber auch das Ende des Romans „Paper Ghosts“ von Julia Heaberlin war für mich dann sehr merkwürdig.

Alles in allem kann ich sagen, dass das Buch sehr schön gestaltet ist. Es gibt Abbildungen von Fotos die von Feldmen gemacht wurden, Tagebucheinträge von Rachel, die ebenfalls als Fotos dargestellt sind und jeder Tag wird mit einem Teilausschnitt aus einem Foto begonnen.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und lässt sich gut lesen. Nur leider ändert es nichts an der vor sich hin plätschernden Story, in der die Protagonisten einem doch fremd bleiben und man kein Mitgefühl entwickelt.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Das letzte Buch in diesem Jahr wahr nicht mein Fall und da ich es nicht vollständig gelesen habe vergebe ich keine Punkte.

Buchinformationen:
Rezension, Buchbesprechung zu Paper Ghosts von Julia Heaberlin

(c) Goldmann

Goldmann TB
17.12.19
474 Seiten
ISBN: 3442488001
EAN: 9783442488001
Deutsche Erstausgabe
mit s/w Fotos

auch als EBook erhältlich

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2 Comments
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31/12/2019 15:32

Ich kenne das Lesezeichen! hehe <3

und nöööö, dafür ist mein RuB zu hoch als zu einem langatmigen Buch zu greifen … schade, der Plot klang/klingt reizvoll!

Guten Rutsch :-*