Lasst uns tot und munter sein von Elke Pistor

Buchbesprechung, Rezension zu Lasst uns tot und munter sein von Elke Pistor

“Lasst uns tot und munter sein, und uns von Herzen freuen…lustig lustig, tralalala…bald ist der Sensemann für alle da”, so (oder zumindest so ähnlich) tönte es im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. Elke Pistor und der Emons Verlag haben zum “Weihnachtssingen” eingeladen.
Weder Autor noch Verlag sind unter die Masochisten gegangen und wollten sich mit unserem “Gesang” – wenn man ihn denn als solchen bezeichnen will – foltern. (Naja, vielleicht doch ein bißchen.)
Singen hat eine durchaus wichtige Rolle in dem neuen Weihnachtskrimi “Lasst uns tot und munter sein“ von Elke Pistor.
Die Neugierde war geweckt. Besonders, da Tanja ja eher genrefremd ist. Und so kam es, wie es kommen musste: zwei Blogger – ein Buch – zwei Meinungen!

Neugierig geworden dann? Lust auf einen Weihnachtskrimi mit Sinn für Humor? DANN…

Worum geht es eigentlich?

Mörderische Weihnacht überall!

Beschauliche Adventszeit? Von wegen! Für Immobilienmakler Korbinian Löffelholz läuft es gerade richtig schlecht. Er muss noch vor Heiligabend eine alte Dorfvilla verkaufen, sonst ist er seinen Job los. Dumm nur, dass der Mieter der Villa erschlagen im Arbeitszimmer liegt – Hauptverdächtiger: Korbinian. Zum Glück schneidet ein Schneesturm das Dorf von der Außenwelt ab, und die Polizei kommt nicht durch. Um seine Unschuld zu beweisen, macht sich Korbinian selbst auf die Suche nach dem wahren Mörder. Zu spät erkennt er die Gefahr, die hinter der weihnachtlichen Idylle lauert. (C)Emons Verlag

Tanja aka Tii sagt:

Korbinian Löffelholz – also den Namen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Seines Zeichen eingefleischter Junggeselle in den besten Jahren (seine Worte), Einzelkämpfer und ein Mann mit einem regen Verschleiß in Sachen Bettgenossinnen. Ein ziemlich ungemütlicher Zeitgenosse, der scheinbar nur sich selbst und seinen beruflichen Erfolg sieht. Letzterer scheint auf dem absteigenden Ast zu sein – denn anders kann und will er den neuen Auftrag – irgendwo im nirgendwo eine Villa zu verkaufen nicht sehen.

Dass sich dieser Auftrag auch noch als recht widerspenstig entpuppt und sogar in einem Mord gipfelt, ist hier nur die Spitze des Eisberges.

Abgeschnitten von der Aussenwelt, mit einem mehrstündigen Filmriss und als Nummer 1 der Tatverdächtigen versucht Korbinian sich als Miss Marple und will der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Wer ist Feind und wer ist Freund…hat er überhaupt Freunde?
Dabei muss er sich mehr als einmal einer eher selbstkritischen Reflektion unterziehen und unliebsamen Tatsachen ins Auge blicken.

Gespickt mit einer guten Portion Situationskomik, schrulligen Figuren und einer gewissen Ähnlichkeit zu Mr. Scrooge – denn wie auch die Figur auch Dickens macht auch der werte Herr Löffelholz aus der Feder von Elke Pistor eine Verwandlung in seinem Wesen durch – versteht es Frau Pistor vor einem winterlichen Setting den Leser zu unterhalten und zu fesseln. Und zeigt dabei auf, dass auch in der tiefsten Einöde und kleinsten Gemeinde sich Leichen im Keller und dunkle Geheimnisse im Schatten verbergen.

Für mich als Krimi-Jungfrau eine sehr angenehme und spannende Lektüre, die ich jedem wärmstens empfehlen möchte.

Anja aka Ana

Echt jetzt? Korbinian Löffelholz?
Kann man einen noch schrägeren Namen aussuchen? Vielleicht, nämlich in dem man den zugelaufenen und sooo verhassten Hund Carreras nennt. *lach*

Löffelholz geht auf die 50 zu, ist Immobilienmakler, Macher, Egozentriker und glaubt, er ist der Nabel der Welt. Jetzt stellt Euch vor, so einTyp kommt mit seinem schicken Elektroauto in der Pampa an und wird nicht für voll genommen… und dann ist auch noch das teure, schicke Auto leer und er sitzt fest – ohja, das kratzt gewaltig am Ego!

Dann geht er in die Villa, die er verkaufen soll und die komplette erste Begegnung verläuft nicht freundlich. Am nächsten Tag wird er wach, ist voller Blut und es gibt einen Toten in der Villa! Aber das schlimmste ist: Er kann sich an nichts erinnern.

Der Protagonist stellt fest, dass sein Leben bisher nur aus Oberflächlichkeiten, Gefälligkeiten und seiner Karriere bestanden hat. Er hat niemanden, ist alleine und jetzt soll er auch noch ein Mörder sein… Wem kann er trauen, wer ist Freund – hat er überhaupt welche?

Elke Pistor schafft hier ein weihnachtlich/winterliches Setting, dass mich ein wenig an die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens erinnert: Eigenbrödler überdenkt sein komplettes Leben und wird ein neuer Mensch! Nur kommt hier kein Weihnachtsgeist, sondern ein Mörder ist Spiel!
Es geht in dem Buch um Musik, um Weihnachten, um Vertrauen, um Kinder und natürlich um den Mord und dessen Aufklärung.

Alles passt zusammen und wird gut erzählt, auch wenn ich finde, dass das Buch kleine Längen im Mittelteil hat. Die Autorin kann mit ihrem humorigen Stil und ihrer Schreibweise überzeugen und daher vergebe ich für „Lasst uns tot und munter sein“ von Elke Pistor 4 von 5 möglich Punkten.

Ein guter Krimi für die Vorweihnachtszeit, aber auch danach sicherlich noch spannend!

Hier gibt es noch Meinungen von anderen Bloggern:

Informationen zum Buch

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Emons Verlag (19. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3740806710
ISBN-13: 978-3740806712

Auch als EBook erhältlich

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05/12/2019 17:05

Hihi, schön das ihr auch so ein Format wie wir habt <3 Find ich immer interessant!

Der Titel lief mir schön öfters über den Weg und da ihr beide angetan seid, wandert es mal auf meine Wunschliste! Allein aufgrund des Prota Namens 😀

Mukkelige Grüße!

PS: ich freu mich iiiimmer noch nen Keks, das ich nun endlich wieder eure Bilder sehe!

Admin
Ana
05/12/2019 20:20

Jaaa, der Name ist großartig.
Ich war total begeistert und habe gedacht: Wie kommt man nur darauf?

GLG und habe noch einen zauberhaften Abend