Das Ende von Mats Strandberg

Buchbesprechung, Rezension zu "Das Ende" von Mats Strandberg

Als mir dieses Buch als Leseexemplar angeboten wurde, war mir sofort klar: “Das Ende” von Mats Strandberg muss zu mir kommen. Der Klappentext verhieß schon absolute Endzeitstimmung und das Cover ist absolut passend gewählt: düster, hoffnungslos und das was man für die Sonne halten könnte ist der Komet Foxworth, der die Menschheit vernichten wird… Lasst alle Hoffnung fahren und folgt mir nach Schweden und erlebt die letzten Monate, Wochen und Tage der Menschheit.

Du bist 17 Jahre alt, es ist Sommer und alles scheint wie immer zu sein. Doch in etwa einem Monat wird ein riesiger Komet auf die Erde prallen und alles Leben auslöschen. Wie willst du deine letzten Wochen verbringen? Und was möchtest du noch all jenen sagen, die du liebst? »Das Ende«, das neue Jugendbuch des schwedischen Bestsellerautors Mats Strandberg, ist die Geschichte zweier junger Menschen, Simon und Lucinda, in einer Welt auf Zeit …
(c) Arctis Verlag

Der Titel, die Stimmung, das Cover haben mich zu einem Lied gebracht mit folgenden Textzeilen:

The End is near,
We’re dying here.
Enjoy the unkown
(c) And One

Während des Lesens hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, was ich  machen würde, wenn ich wüsste, dass die Welt untergeht und die Menschen eigentlich nichts mehr zu verlieren hätten. Würde ich ein Häufchen Elend? Würde ich eine Leugnerin? Würde ich plötzlich meinen “Wahren Glauben” finden? Dieses Gedankenkarussel, was sich dreht nimmt eigentlich bis zum letzten Buchstaben kein Ende.

“Das Ende” von Mats Strandberg ist ein unglaublich emotionaler Roman, der uns an Hand von ein paar jungen Menschen vor Augen führt wie sehr diese Situation alle belastet und wie unterschiedlich die einzelnen Personen mit der Situation umgehen. Die Clique feiert zusammen, lacht zusammen, streitet zusammen bis eine von Ihnen (Tilda) tot aufgefunden wird. Weil man mit dem unbekannten Mörder nicht leben kann, wird ein Täter gesucht und schnell wird Ihr Ex-Freund Simon der, der in den Sozialen Medien an den Pranger gestellt wird… Als hätte die Menschheit tatsächlich keine anderen Sorgen. Lucinda (die ehemals beste Freundin von Tilda) und Simon finden darüber zusammen und verbringen die letzten Tage damit, den wirklichen Mörder und zu sich selber zu finden…

Es ist die finale Geschichte von jungen Menschen, die niemals die Chance haben alt zu werden. Die niemals die Chance haben ihr Leben zu leben. Die niemals die Chance haben eigene Kinder zu haben.

Die Charaktere in diesem Buch sind wie ein Strauß Blumen, in dem keine der anderen gleicht. Depressiv, aggressiv, krebskrank, tot, ängstlich, unglücklich verliebt, plötzlich streng gläubig… all diese Eigenschaften treffen wir an und Mats Strandberg schafft es jeden einzelnen Protagonisten glaubhaft mit seiner persönlichen Haupteigenschaft darzustellen.

Ich war schockiert, genervt, bewegt, entsetzt, erstaunt, traurig, hoffnungsvoll und schließlich…  Ja was war ich am Ende?
Die komplette Bandbreite der Gefühle bin ich beim Lesen durchlaufen und als ich den letzten Satz gelesen habe, da habe ich die Hitze von Foxworth gespürt, habe alle Hoffnung fahren lassen und mir ist eine Träne über das Gesicht gelaufen. Denn auch wenn es keine Rettung gibt, verlässt keiner der Hauptprotagonisten die Welt alleine.

Eine spannendes Jugendbuch, der in mir tatsächlich Endzeitstimmung geweckt und mich auf Grund des Schreibstils begeistert hat. Es ist wieder ein Skandinavier, der es schafft eine düstere Stimmung zu erzeugen, die einen völlig in den Bann schlägt und nicht mehr loslässt.

Volle 5 von 5 Punkten für “Das Ende”

Danke an die Netzwerkagentur Bookmark und dem Arctis Verlag für das Leseexemplar.

Weitere Meinungen könnt Ihr hier finden:
Lovin-Books
SandrasBookcorner

Buchinformationen:

Buchbesprechung, Rezension zu "Das Ende" von Mats Strandberg

(c) Arctis Verlag

Arctis Verlag als Hardcover
352 Seiten
Erscheinungsdatum: 23.08.2019
ISBN: 978-3-03880-029-3

Jugendbuch ab 14 Jahre

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Das Buch wäre mir fast entgangen! Ich habe vom Autor “Das Heim” gelesen, was mich absolut begeistert hat. Da muss dieses Buch – noch dazu nach deinen begeisterten Worten – unbedingt her.

Liebe Grüße,
Nicole

Huhu meine <feine (=

"Die Überfahrt" fand ich ja nur so mittelmäßig und "Das heim" liegt hier noch, danach werde ich mal schauen ob ich zu weiteren Geschichten des Autors greife. Zumal es sich hier um ein Jugendbuch und jugendlichen protagonist*innen handelt, meist holen mich die Bücher aus diesem Bereich nicht ab … Schwierig schwierig, wenn du nun so begeisterst darüber scheibst 😀

Mukkelige Grüße!

Hallo liebe Anja,
wow, was für Worte und Beschreibungen zu diesem Buch. Das mit dem Blumenstrauß ist großartig und irgendwie hatte ich sofort ein Bild vor Augen.
Mats Strandberg kenne ich von “Die Überfahrt”, allerdings als Hörbuch, welches mich total begeisterte. Ich glaube du hast mit mit deiner Rezension eingefangen und ich komme um das Buch nicht herum. Grandios!
Lieben Dank und viele Grüße, komme gut in das Wochenende
Kerstin