Buchgeflüster: #LBC19 – LitBlogConvention 2019

Hallo zusammen,

in der Tat ist es schon wieder einige Wochen her.
Im Mai war die LBC und erst jetzt komm ich mit dem Bericht. Aber wie heißt es so schön? Für schöne Sachen ist es nie zu spät!

LBC – LitBlogConvention, die “Hausparty” von Bastei Lübbe und anderen Verlagen wie DuMont, DroemerKnaur, Kiwi und diverse Unterverlage wie z.B. LYX.
Auch in diesem Jahr lud man wieder in die Räumlichkeiten nach Köln ein und wartete mit einem kunterbunten Feuerwerk an Workshops auf.

Hier einmal für euch auf einem Blick:

Sicherlich werdet auch ihr da den einen oder anderen Punkt finden, der zeitgleich mit anderen interessanten Workshops stattfand. So erging es jedem – klarer Fall für einen Zeitumkehrer oder Reißverschluss. Da aber beides gerade vergriffen war, hieß es für mich “Qual der Wahl”.

Der Anfang war noch einfach. Ich habe mich für den Workshop “Was brauch ich, um glücklich zu sein?” entschieden. Hier stellten die Autorinnen Kristina Günak und Victoria Bindrum ihre Bücher zum Thema GLÜCK vor. Zum einen das Sachbuch:

“Glücklich ist, wer vergisst, dass hier alles kacke ist: Anleitung für ein echt gutes Leben” von Victoria Bindrum

Immer warten wir auf den Startschuss zum Glück: Wenn ich erst die Beförderung, den Partner, die Bikinifigur habe … Doch jedes erreichte Ziel beschert uns nur ein kurzes Hoch, danach folgt unweigerlich das Streben zur nächsten Etappe. Mit viel Charme zeigt die Psychologin Victoria Bindrum, wie wir unsere innere Freiheit stärken, indem wir lernen, uns der Vorstellung des Glücks zu lösen und uns unangenehmen Gefühlen zu stellen. Und warum es besser ist, im Leben eine Richtung, statt ein Ziel zu verfolgen.

und zum anderen den Roman

“Glück ist meine Lieblingsfarbe” von Kristina Günak

Juli lebt dort, wo andere Urlaub machen: auf La Palma. Eigentlich sollte es bloß eine Auszeit vom langweiligen Bürojob sein, doch wenn es nach ihr geht, kann der Ernst des Lebens gerne warten. Dann lernt sie Quinn kennen, der das genaue Gegenteil von ihr ist – vernünftig, zielstrebig, mit beiden Beinen auf der Erde -, und die Funken fliegen. Dabei will Juli sich doch auf keinen Fall verlieben!
Doch als ein verwaister Hund ein neues Zuhause sucht, werden all ihre schönen Vorsätze auf die Probe gestellt. Und Juli erlebt, dass es nur ein bisschen Mut braucht, um die große Liebe zu finden.

Beide sind zwischenzeitlich bei Bastei Lübbe erschienen und auch im Handel erhältlich.

Doch neben der reinen “Buchvorstellung” ist man der Frage “Was ist Glück?” und “Was macht mich glücklich?” auf den Grund gegangen. Wirklich interessant – denn es sind ja nicht immer die großen Dinge, die einen glücklich machen, sondern auch oftmals die ganz kleinen. Darüber hinaus ist “glücklich sein” auch in gewisser weise anstrengend. Besonders in unserer Gesellschaft, wo eine Art Zwang zum glücklich sein zu herrschen scheint und der eine oder andere melancholische Moment direkt als Schwäche oder Krankheit zählt.

Ihr seht schon ein sehr weit greifendes und interessantes Thema – beide Bücher stehen definitiv auf meiner Wunschliste!

Danach gab es einen Blick hinter die Kulissen. Im Workshop “Verlage, Autoren und jede Menge Prosecco” erfuhr man aus erster Hand was alles so zwischen den Buchmessen geschieht. Was muss beachtet werden? Wie wird eine Messe geplant? und und und…
Auch sehr interessant!

In der Mittagspause hatte man dann Zeit für Kaffee und einen Plausch mit neuen und alten Bekannten. Die Welt ist doch ein riesiges Dorf und man sieht das ein oder andere bekannte Gesicht.

Dann ging es auch schon Schlag auf Schlag weiter.
Im Workshop “Die Welt ins Haus” holen erfuhr man im Gespräch mit der Lektorin von KiWi wie internationale Titel es in deutsche Verlage schaffen. Wie vermeintliche Bestseller, die für interne Begeisterung sorgen ganz große Flops werden und graue Mäuse die Bestseller überhaupt. Wirklich faszinierend – und wenn man bedenkt, dass dieses gigantische Arbeitspensum von nur einer handvoll Leute gestemmt wird – lässt das nur sprachlos zurück. Das ist nicht nur ein Job, das ist BERUFUNG!

Kurz danach ging es nach Italien. In “Italia mi amore” wurde der Roman “Marina, Marina” vorgestellt.

“Marina, Marina” von Grit Landau

Die wechselvolle Geschichte eines italienischen Dorfes und seiner Bewohner und der Roman einer leidenschaftlichen Liebe für alle, die Italien und das italienische Lebensgefühl lieben
Eine große Liebesgeschichte mit viel italienischem Flair.

Anfang der 1960er Jahre eroberte der Schlager “Marina, Marina” die Herzen der Italiener und der ganzen Welt.
Der junge Nino aus dem kleinen Küstenort Sant’Amato an der Riviera versteht das nur zu gut, betet er doch – zwar heimlich, doch dafür umso heftiger – selbst eine Marina an: die schöne Frau des Friseurs und Mutter seines besten Freundes. Doch Marina beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem Mann, dessen Identität Nino erst viele Sommer und etliche canzoni später erfahren soll. Bis dahin spinnt das Schicksal seine Fäden: Ninos Tante erfüllt sich einen lang gehegten Traum, der Cousin seines Vaters verliebt sich in eine deutsche Urlauberin, die von einem Hotelbalkon stürzt, und auch Marinas geheime Liebe bleibt nicht ohne Folgen.
Begleitet von den Hits der Saison, wird der Leser Zeuge vom Leben und Lieben in Sant’Amato, von Tragödien, deren Ursprung weit in die italienische Vergangenheit zurückreichen, und von Dramen, die das Leben der Bewohner für immer verändern.

Für die Hörbuch-Freunde unter euch ggf. interessant, dass dieses Buch von STEFFEN GROTH vertont / eingelesen wurde!

Die Autorin plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählte ein paar Details zum Buch und seinem Schaffen. Es gab amüsante Anekdoten und auch die ein oder andere vorgetragene Zeilen!
Achtung! Dieses Buch ist durchaus musikalisch 🙂

Aber der letzte Workshop (ich Dummerchen habe ganz vergessen vor lauter Begeisterung Fotos zu machen!)
“Julian Barnes: Die einzige Geschichte erzählen”
war mit mein Highlight! Denn im Gespräch mit der Übersetzerin Getraude Krüger bekam den Einblick in die Arbeit der Übersetzer. Und das übersetzen nicht gleich übersetzen ist. Nur, weil man eine Sprache sprechen kann, heißt das nicht auch gleich, dass man ein Buch übersetzen kann. Das ist eine ganz eigene Welt und viel gewaltiger als man erst vermuten will! Besonders faszinierend waren ihre kleinen Anekdoten aus der Zeit, wo es noch kein Internet, kein Email und WhatsApp gab! Zeiten in denen man noch Briefe oder Faxe schrieb. Einfach nur herrlich. Es war schon zu schade, wie schnell die 45 Minuten hier verflogen!

Julian Barnes – “Die einzige Geschichte”

Julian Barnes´ kunstvoller Roman über eine unkonventionelle erste Liebe, die zur lebenslangen Herausforderung wird.»Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden, oder weniger lieben und weniger leiden? Das ist, glaube ich, am Ende die einzig wahre Frage.«
Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, aber davon hat Paul im Alter von neunzehn keine Ahnung. Mit neunzehn ist er stolz, dass seine Liebe zur verheirateten, fast 30 Jahre älteren Susan den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht spuckt. Er ist ganz sicher, in Susan die Frau fürs Leben gefunden zu haben, alles andere ist nebensächlich. Erst mit zunehmendem Alter wird Paul klar, dass die Anforderungen, die diese Liebe an ihn stellt, größer sind, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Alles in allem ein wundervoller Tag. Angefüllt mit tollen Gesprächen, spannenden Begegnungen, interessanten Menschen und eindrucksvollen Einblicken!

Danke an alle Beteiligten und Mitwirkenden.
Nachfolgend noch ein paar Schnappschüsse 🙂

Eure Tii

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