Tii und Ana’s Erlebnisreisen – #FBM18 (Teil1)

Hallo zusammen,

lange haben wir auf sie gewartet und dann war sie schneller vorbei als geahnt – die Frankfurter Buchmesse 2018.

Alle, die wir in Frankfurt getroffen haben, kennen nun schon unsere kleine Geschichte. Eine Geschichte, die die Frage: “Mädels, macht ihr Erlebnisreisen?!” und sogar Kreativvorschläge a la “Macht eine neue Rubrik auf mit Ausflugszielen!” aufwarf.

Tja und wer wären wir, wenn wir euch diese nun vorenthalten würden?

Viel Vergnügen

eure Tii & Ana

Es geht um unsere Unterkunft in Frankfurt.

Zur Frankfurter Buchmesse (naja zu Messen im allgemeinen) fahren die Hoteliers Zimmerpreise auf, die Jenseits von Gut und Böse sind. Preise, die wir ehrlich gesagt nicht bereit sind zu zahlen. So empfanden wir es als göttliche Fügung, dass unsere An(j)a ein Zimmerchen in einer Pension ergattern konnte. Preis human. Lage laut Internet okay.

Am Donnerstag (11. Oktober) reisten wir voller Euphorie und Vorfreude an – die Details der Fahrt erspare ich euch und steige direkt mit unserer Ankunft in Frankfurt ein.
Mit dem Shuttle setzten wir vom Parkhaus rüber zur Messe und gönnten uns hier den Luxus eines TAXIS. Der Fahrer war freundlich und sehr nett und meinte direkt, dass es eindeutig schlimmere Viertel geben würde. Anas “Tipp” von wegen “unter der Pension ist eine Dönerbude” kommentierte er mit “die ganze Strasse besteht aus Dönerbuden”, kurzum das half wenig bei der Orientierung. Nach einer kurzen Fahrt standen wir also vor Hausnummer X. Aber von einer Pension, einer Tür oder einem Schild war weit und breit keine Spur. Mutig stapften wir in den Hinterhof, in den der Eingang der Hausnummer führte und staunten nicht schlecht. Hier fanden wir eine Teestube, einen türkischen Gemüseladen, Trillionen Briefkästen…aber noch immer keine Spur von einer Pension.

“Das Geld ist futsch!”, unser Gedanke. Aber das konnte ja nicht sein, sonst hätten wir ja keinen SMS-Kontakt mit der Pension gehabt, wo man sogar noch fragte wann wir denn ankommen würden. Also suchten wir weiter. Und da war es. Ein eher kleines, unscheinbares HANDGESCHRIEBENES Schildchen an der Klingel. Wir haben es gefunden. Die Freude war groß. Und dennoch…der Hinterhof und auch das Haus und der Hauseingang waren dennoch nicht sonderlich vertrauenserweckend und nun ja eher schmuddelig.

Auf unser Klingeln reagierte niemand. Und eher zufällig öffnete sich die Haustür nach einem kräftigen Ruck. Da standen wir also in einem schummrigen Flur, der nicht besser aussah als der Hinterhof. In der ersten Etage dann wieder ein Handgeschriebenes Schildchen mit dem Namen unserer Pension. Also standen wir nun da….vor einer Stahltür, welche sich nach einigen Minuten und auch ein oder zwei SMS dann auch öffnete.

Vor uns standen dann zwei Damen (wir vermuten Koreaner oder Chinesen, sind uns aber nicht wirklich sicher). Die ältere konnte zwei oder drei Wörter Deutsch, die jüngere sprach Englisch – wunderbar.
Erleichtert doch nicht “obdachlos” zu sein betraten wir die Wohnung, denn tatsächlich befindet sich die Pension in der Wohnung der Familie. Der linke Flügel wird von der Familie bewohnt. Der rechte Flügel als Zimmer an Gäste vermietet. Und wechselten höflich wie gewünscht unsere Schuhe gegen ein paar hochstylische PINKE Badelatschen. PINK – Anas totale Lieblingsfarbe (NICHT).

Nach dem Grauen draußen, waren wir von dem Zimmer positiv überrascht. Es ist zwar klein, aber sauber und zweckmäßig. Allerdings fanden wir das Bad recht amüsant. Es war nachträglich eingebaut worden und stand quasi wie ein Würfel in der Ecke mit offener Decke, so dass man quasi im Zimmer ALLES hörte, was der andere im BAD tat, was besonders am nächsten Morgen sehr amüsant werden würde.

Naja, die “ruhige” und “friedliche” Lage und die nette Nachbarschaft sorgten auch dafür, dass wir keine Angst haben brauchten zu verschlafen und auch unseren Wecker schonen konnten. Denn schon um 5 Uhr fing der erwähnte Supermarkt mit Kisten und Kartons zu werkeln, was in der Enge des Hinterhofs besonders toll klang. Und gegen 6 Uhr sorgte die Stadtreinigung für saubere Strassen. Also jede Menge Zeit sich fertig zu machen – zu duschen, Zähne zu putzen und so weiter.

Duschen. Das ist eigentlich das falsche Wort. Unwissend scheinen wir dann doch eine Art koreanische Wellness-Urlaub gebucht zu haben. Denn unsere Dusche war viel mehr eine Kneipp-Kur. Eigenständig und ohne jegliches Zutun, wechselte das Wasser von angenehm warm zu KOCHEND, um auch schon kurz darauf zu EISKALT zu wechseln.
Fazit: man ist nach dieser Dusche eindeutig WACH und der jeweils andere hat Schmerzen im Zwerchfell, ob der Lachkrämpfe, die er von Gequieke des anderen hat.

Gestriegelt und fertig für den Tag harren wir also dann aus. Denn Frühstück gibt es erst von 8.00 – 8.30h. Das laaaaaaaange Warten auf den Kaffee (ohne geht gar nicht) beginnt. Warten…warten…warten…

Als es plötzlich ganz leise und zaghaft an der Tür klopfte. “Essen”, rief eine leise Stimme (an dieser Stelle stellt euch unbedingt eine kleine koreanische/chinesische  Mama mit extrem starken Akzent vor!!!) Total niedlich und lieb.
Das letzte Quäntchen zivilisiertes Verhalten hielt uns davon ab uns auf die Kaffeekanne zu stürzen! Glaubt uns, es war nicht leicht 🙂
Das Frühstück war liebevoll zubereitet und enthielt die wesentlichen Grundlagen (Brot, Käse, Wurst, Marmelade…Schnitzel, Würstchen, Joghurt, Reis) und wurde in der Küche / Esszimmer der Familie kredenzt.

Ich gestehe, dass ich am ersten Morgen irgendwie Skrupel und den Hintergedanken hatte “Toll, nun essen wir den Leuten ihr Essen weg!”, was logisch betrachtet Irrsinn ist.

Besonders positiv war, dass die Pension knappe 10-Minuten fussläufig von der Messe entfernt liegt und keine zwei Strassen weiter das Gastro-Viertel liegt, wo Restaurant, Cafe, Eisdielen jeder Coleur Tür an Tür liegen.

Kurzum: ein kleines bisschen strange, aber zwecksmäßig 🙂

Zum Abschluss noch ein kleines Video (ich bin nicht sonderlich talentiert an der Kamera.)

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Ca S
19/10/2018 12:07

Herrlich geschrieben!
Oh weia… Safari?