Rezension: Die kleine Sommerküche am Meer von Jenny Colgan

Vom quirligen London zur entlegenen Insel Mure? Nein – nur widerwillig kehrt die junge Flora in ihre schottische Heimat zurück. Weder die unberührte Landschaft noch das glitzernde Meer können sie aufmuntern, während sie ihren geschwächten Vater und ihre Brüder versorgt. Doch dann entdeckt sie das alte Kochbuch ihrer verstorbenen Mutter, und als sie ein Rezept nach dem anderen ausprobiert, öffnet sich ihr Herz: für die Sinnlichkeit des Essens, für die Schönheit der Natur und für einen neuen Anfang …

(Quelle: Piper)

Beurteilung:

Jenny Colgan entführt uns nach Mure – einer kleinen beschaulichen schottischen Insel. Einem rein fiktiven Ort, der wesentliche Eigenschaften anderer britischen Inseln in sich vereint. Mure ist die Heimat von Flora. Ein Ort, der für sie mit bittersüßen Erinnerungen verbunden ist, und an dem sich sprichwörtlich Fuchs und Hase “Gute Nacht” sagen.

Wegen einem beruflichen Fall ist Flora nun gezwungen wieder auf diese öde Insel zurück zu kehren und sich den Geistern der Vergangenheit und etlichen alten Kluften in der Familie zu stellen…und erschreckender Weise festellen muss, dass die Insel gar nicht so schrecklich ist wie gedacht.

Im großen und ganzen ist dies ein klassisches Sommerbuch – idyllisches Setting (dessen Idylle Jenny Colgan nicht müde wird imer wieder zu betonen und farbenfroh dem Leser auf die Leinwand zu malen), reichhaltiges, leckeres Essen und leichte Unterhaltung.
Ich fühlte mich durchaus gut unterhalten, und habe mich ein stückweit in Mure verliebt. Allerdings fehlte mit der besondere Kicks. Irgendwie hatte die Geschichte für mich keinen sonderlichen Biss. Natürlich behandelt sie wichtige Themen:
– Trauerbewältigung
– die Suche nach einem Zuhause und Platz in dieser Welt
– Selbstfindung
– Mut zu neuen Wegen

Aber irgendwie war mit alles einfach zu glatt…zu perfekt.
Und die Existenz mancher Figuren und die damit verbundenen Szenen waren irgendwie schlicht unnötig (oder zumindest erschloss sich mir ihr Sinn nicht). Sie fraßen nur Raum und Zeit, der für etwas mehr Substanz von Nöten gewesen wäre. Das Ende war selbst für mich irgendwie überzogen und mehr als nur hektisch und übereilt. Bei dem Tempo bekommt man doch ein Schleudertrauma!

Somit von mir nur 3,5 – 4 von 5 Kuchen.
Aber auch nur, weil es für den Sommer dennoch perfekt geeignet ist und im Anhang das ein oder andere schmackhafte Rezept verborgen ist.

#43/2018

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (1. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349231323X
ISBN-13: 978-3492313230
Originaltitel: The Summer Seaside Kitchen

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