Rezension: Das Waisenmädchen und der Lord von Laura Gambrinus

Das Waisenmädchen und der Lord Lord Rennison, Marquess of Marlborough, ist ein Mann, der zu seinem Wort steht. Er hat einem Kameraden auf dem Sterbebett sein Versprechen gegeben, sich um dessen kleine Tochter zu kümmern, sollte er heil aus dem Krieg heimkehren. Also lässt er alles für das Mädchen vorbereiten: Eine Schaukel im Park anbringen, ein Zimmer einrichten, Personal abstellen. Ihr wird es an nichts mangeln und er selbst wird das Geschöpf kaum zu Gesicht bekommen, dafür hat er gesorgt. Doch – anstelle eines Kindes entsteigt eine junge Frau der Kutsche. Statt der Nanny wird eine Zofe gebraucht, statt des Spielplatzes ist ein Bräutigam gefragt, denn die junge Dame soll schnellstmöglich verheiratet werden und das Haus verlassen. Doch unter all den Männern, die um die hübsche Alice werben, ist kein einziger, der den Ansprüchen des gestrengen Vormunds genügt, und der Marquess findet immer neue Gründe, die Herren hinauszukomplimentieren. Schließlich muss sich der Lord die Frage stellen, ob sich die temperamentvolle, lebensfrohe Alice in sein eigenes Herz geschlichen hat. Lassen Sie sich von Laura Gambrinus in die Zeit des Regency entführen und begleiten Sie Alice bei ihren berührenden Erlebnissen in Langton Abbey – ein Lesespaß voller Dramatik und Humor.

Beurteilung:

Was passiert, wenn ein Schürzenjäger und stadtbekannter Lebemann von heute auf morgen die Vormundschaft für ein Kind überschrieben bekommt? Und was passiert, wenn er gänzlich versäumt nach dem Alter des Kindes zu fragen?

Laura Gambrinus stellt sich mit diesem Roman dieser heiklen Situation und stürzt ihre Figuren in ein heilloses Durcheinander.
Angefangen damit, dass besagtes Kind gar kein Kind ist, über den Umstand, dass die nun vor dem Lord stehende junge Dame auch mehr ist als es zuerst scheint und diese dann auch noch gänzlich ungeahnte Empfindungen und unbekannte Wesenszüge beim Lord offenbart.

Mit Charme, Witz und nötiger historischem Esprit weiß die Autorin den Leser in ihren Bann zu ziehen.
Wer wilde Funkenflüge, brennende Leidenschaften und ähnliches erwartet, der sieht sich schnell überrascht. Denn Laura Gambrinus schafft es gänzlich ohne dieses Stilmittel eine gewisse Spannung und Verbindung aufzubauen und arbeitet hier wesentlich subtiler. Was durchaus apart und erfrischend ist, aber mir persönlich (speziell zum Ende hin) irgendwie was vermissen ließ.

In Summe habe ich dieses Buch genossen, es inhaliert und in wenigen Stunden runter geschmökert. Es hat mich unterhalten und in seinen Bann gezogen. Aber wie gesagt fehlte mir der gewisse Kick – was aber eine rein persönliche Empfindung ist.

Klare Leseempfehlung für Freunde der historischen Liebesromane!

4,5 von 5 Schaukeln.

#44/2018

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2443 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 262 Seiten
Verlag: Cumedio Verlag (5. September 2018)

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