Kurzmeinung: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben von Matt Haig

Als Matt Haig mit 24 Jahren urplötzlich krank wird, begreift er nicht, welch dunkle Macht da von ihm Besitz ergreift. Die Krankheit überfällt ihn auf so dramatische Art und Weise, dass sie ihn buchstäblich an den Abgrund bringt.
Doch Haig entscheidet sich für das Leben – und für seine große Liebe Andrea. Er findet heraus, dass er nicht allein ist mit der Diagnose Depression, sondern dass Millionen Menschen auf der Welt sein Schicksal teilen. Schritt für Schritt arbeitet er sich zurück ans Licht und findet dort auch seinen Humor wieder.

Eine berührende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und das Menschsein.

(Quelle: Audible)

Beurteilung:

Ich gestehe, dass ich bisher noch nichts von Matt Haig gelesen oder gar gehört habe. Aber eines steht jetzt schon fest. Dieses Buch mag zwar mein erstes von ihm gewesen sein, aber ganz bestimmt nicht das letzte!

Matt Haig bespricht in diesem Buch ein Thema, das gerne totgeschwiegen wird. Ein Thema, das als Stigmata gilt, als Schwäche oder Lappalie belächelt wird.
“Stell dich nicht so an!”
“Reiß dich zusammen!”
“Jeder hat mal einen miesen Tag.”
Diese und andere Sprüche fallen dann in Maßen, aber sind selten bis gar nicht eine Hilfe. Sondern viel mehr noch ein weiterer Klotz, der den Betroffenen in die Tiefe zieht.

Die Rede ist von Depressionen.

Depression. Die größte Geisel der Menschheit. Die tödlichste Erkrankung – bedingt durch die hohe Suizidrate. Eine Erkrankung ohne sichtbare Symptome. Eine Erkrankung ohne klare Ursache. Eine Erkrankung, die einfach nicht wirklich ernst genommen wird.
Dabei kann sie jeden – ich meine wirklich JEDEN – treffen.

Matt Haig verliert sich nun nicht in nackten und langweiligen Zahlen, sondern gewährt ganz persönliche Einblicke – in seine Erkrankung, seine Gedanken, seine Gefühle.
Er erklärt wie sich seine Depression (mit Angststörung) für ihn anfühlte und anfühlt. Zeigt auf was ihm hilft und was vielleicht auch anderen helfen kann. Denn das Tückische an dieser Erkrankung ist, dass es kein Allheilmittel gibt. Jede Depression ist anders. Individuell. Einzigartig.

Weiter zeigt er auf, dass man als Erkrankter nicht alleine ist. Zahllose “Normalsterbliche” sind krank, aber auch zahlreiche große Namen – Autoren, Politiker, Künstler, Musiker und und und…
Wie gesagt, die Depression kann jeden treffen, und man ist nicht alleine.

Besonders interessant fand ich den Aspekt, wo Haig meint, dass seine Depression für ihn auch in gewisser Weise ein Antriebsmotor gewesen sei. Sprich er ohne Depression und ohne die Ängste und Panik niemals zum Schreiben gekommen wäre. Aber es sind auch noch zahllose andere interessante und spannende, aber auch berührende Fakten und Aspekte enthalten.

Ein wirklich tolles Buch, das mich nachdenklich machte und mich in mich hinein horchen ließ.

5 von 5 Seerosen!!!

Zum Abschluss hier noch ein schönes Zitat:
Nicht jeder hält dich für die Platzverschwendung für die du dich hältst, wenn du depressiv bist.
Glaub mal den anderen.

#42/2018

Autor: Matt Haig
Sprecher: Barnaby Metschurat
Spieldauer: 4 Std. und 25 Min.
Ungekürztes Hörbuch
Erscheinungsdatum: 18.03.2016
Sprache: Deutsch
Anbieter: Der Audio Verlag

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Ich mochte ja sein neues Buch und “Ich und die Menschen” wartet bereits auf meinem SuB. Mit diesem von dir besprochenem Buch liebäugle ich schon (=