Rezension: Ein Sommer und ein ganzes Leben von Kristina Valentin

Katharina denkt an ihre Kinder, sie denkt an ihre Kunden, und viel zu selten denkt sie an sich selbst. Bis sie ihren neuen Nachbarn David kennenlernt, der sie charmant und schlagfertig zum Lachen bringt. David sitzt im Rollstuhl und schweigt über seine Vergangenheit genauso hartnäckig wie Katharina über ihren großen Schmerz. Immer wieder begegnen sich die beiden im Garten unter der alten Kastanie. Und für Katharina beginnt der überraschendste Sommer ihres Lebens …

 

Beurteilung:

Durch einen glücklichen Zufall kommt Katharina in den Genuss mit ihren zwei kleinen Kindern in die Villa ihrer Freundin zu ziehen. Ein Traum!

Doch irgendwie bricht danach der Wahnsinn aus. Sie verliert die Räumlichkeiten in denen sie ihre Mediatoren-Sitzungen anbietet, das Leben ist ein einziges Chaos und der Umstand, dass in ihrem Magen die Schmetterlinge tanzen, wenn sie auf ihren Nachbarn trifft, hilft nicht wirklich weiter…

Kristina Valentin erzählt sehr realistisch vom Abenteuer Leben, von Trauer und Ängsten. Wie man Ängste und Trauer überwinden oder auch einfach verdrängen kann. Und sie wirft ein helles Licht auf unsere Art mit Behinderungen umzugehen. Unser beständiges “trotz Behinderung” statt “mit Behinderung” und die Tatsache, dass man nicht sieht, dass der Rollstuhl nicht fesselt, sondern für Betroffene eine Art der Freiheit ist.

Ein Roman, der sich leicht von der Hand lesen lässt und in gewisser Weise reflektierende Aspekte hat. Dennoch aber für mich keinen richtigen Biss besitzt und nur sanft daher plätschert.

Ein Roman für Zwischendurch ohne besondere Anforderungen oder Substanz.

3 von 5 Rosen

#30/2018

 

Informationen zum Buch:

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Diana Verlag (12. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453359232
ISBN-13: 978-3453359239

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