Rezension: Die Ermordung des Commendatore II von Haruki Murakami

(c) HörbucHHamburg

Klappentext:

Hören Sie in “Eine Metapher wandelt sich (Die Ermordung des Commendatore 2)” wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht.

Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sein. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde “Die Ermordung des Commendatore”. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben.

Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

Inhalt:

Dieser zweite Teil setzt eigentlich nahtlos an Band 1 an und ich bin sehr froh, dass ich solange gewartet habe, denn so konnte ich direkt beide Teile unmittelbar hintereinander hören und habe dadurch den Faden nicht verloren…

Aber worum geht es nun?
Die Geschichte des Porträtmalers, seines Nachbarn Menshiki,und des Commendatore geht weiter.
Murakami beschreibt die Leben, die Gefühle und auch den Alltag der Personen ausgiebig und eindringlich, ob es nun Menshiki ist, der überlegt ob die “kleine” Marie seine Tochter ist, der Porträtmaler, der überlegt ob er im Traum seine Ex-Frau geschwängert haben könnte oder Marie selber, die sich über ihre kleinen Brüste ärgert und gerne über sie spricht bzw. philosophiert…

Wir erleben eine Geschichte gespickt mit Andeutungen, Rätseln, Fantastischem und Realismus, die der Autor miteinander verwebt, um uns am Ende in die wirkliche Welt zu entlassen und uns einen Blick in das Leben des namenlosen Künstlers zu gewähren nach den ganzen Geschehnissen.

Fazit:

Murakami beweist mit diesem zweiten Band, dass man auch viel erzählen kann, wenn eigentlich nichts passiert. Hört sich absolut erschreckend an, ist es aber für Fans von Murakami nicht. Der Mann hat eine fast magische Art Bücher zu schreiben und wenn man diesen Geschichten dann noch zuhört (das Hörbuch wird gelesen von David Nathan), dann wird daraus ein unglaubliches Erlebnis.

Ich habe den Schrein und die Grube bildlich vor Augen gehabt und konnte in weiten Teilen mit den Protagonisten “mitfiebern.”
Leider gibt es in diesem zweiten Band auch viele Wiederholungen, die mir manchmal etwas aufgestoßen sind und mir die Freude an dem Buch genommen haben. Warum Murkami das gemacht hat, das kann ich nicht sagen. Neulich habe ich in einer Diskussion gelesen, das es als Stilmittel dienen soll um die Eigenart des jungen Malers besser zu unterstreichen, dass er auch Sachen wiederholt… Ob das so ist, ich weiß es nicht.

Alles in allem ist es eigentlich eine denkbar banale Geschichte, die man auf weniger Seiten hätte erzählen können, aber dann wäre es kein Murakami und er scheint die Reise breiter zu machen und zu erzählen, nur weil er es kann. Ist es schlecht? Eigentlich nicht, denn man mäandert zusammen mit den Protagonisten durch die Unterwelt und die Realität und deren Leben und genießt dabei die wundervolle Sprache von Haruki Murakami.

Hat er meine Gedanken angeregt? Ja definitiv und andächtig habe ich dabei der wundervollen Stimme von David Nathan gelauscht.

Hat er mich komplett abgeholt? Leider nicht, dafür war mir der zweite Band dann doch von zu vielen Wiederholungen gespickt.

Hat mich das Buch glücklich gemacht? Wenn man nicht alles hinterfragt und einige Dinge (wie bei Murakamis 1Q84 auch) einfach hinnimmt, dann auf jeden Fall.

Das Ende dieses Buches.. Wir sind zurück in der Realität, ein paar Jahre später und zwar genau zu dem Zeitpunkt des Tsunamis und des Atomunglücks Fukushimi in Japan. Auch hier lässt uns Murakami in dem eigentlichen Happyend noch das Schlimme sehen…

Ein Buch, etwas gestrafft – vor allem in diesem zweiten Teil und es wäre eine volle 5 Punkte Bewertung geworden.

Von mir gibt es für den zweiten Band 4 von 5 möglichen Punkten trotz der Kritikpunkte, denn ich habe mich gut unterhalten gefühlt und es nicht bereut.

 

Hörbuchinformation:

Hörbuch-Download
Spieldauer: 13 Stunden und 51 Minuten
Format: Hörbuch-Download
Version: Ungekürzte Ausgabe
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH
Audible.de Erscheinungsdatum: 16. April 2018
Sprache: Deutsch
ASIN: B07BZDW4TD

 

 

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