Rezension: Insel der Sehnsucht von Nora Roberts

Wenn ein furchtbares Geheimnis dich einholt

Trotz der aufkeimenden Liebe zu Nathan hat die junge Fotografin Jo keine Augen für die Schönheit der Insel Desire, auf der sie aufgewachsen ist. Anonym werden ihr beängstigende Fotos zugestellt, die beunruhigende Schatten der Vergangenheit heraufbeschwören. Wieder kommen die Konflikte ihrer Familie ans Tageslicht, und Jo muss sich erneut mit dem Trauma ihrer Kindheit auseinandersetzen: Eines Nachts war ihre Mutter spurlos verschwunden.

Beurteilung:

Was geschieht mit einer Familie, wenn die Ehefrau und Mutter von heute auf morgen verschwindet? Ohne eine Nachricht oder eine Spur zu hinterlassen?
Genau das geschah der Familie von Jo Ellen. Ihre Mutter Annabelle verschwand und ließ ihren Ehemann und ihre drei Kinder zurück. Ein Drama an dem die Familie zerbrach, wo sie in der Annahme zurückbleiben, dass Annabelle mit einem Liebhaber durchgebrannt ist.
Zwanzig Jahre später kommen bei Jo Ellen alte Erinnerungen hoch und neue Probleme stellen sich ihr in den Weg. Sie wird von einem Unbekannten beobachtet, verfolgt und fotografiert. Sie erhält Fotos von sich selbst in alltäglichen und auch intimen Momenten. Sie braucht dringend Abstand und sucht Zuflucht in ihrem alten Zuhause. Auf der Insel Desire, wo sie sich nicht nur alten Geistern stellen muss, sondern auch in den Scherben ihrer Familie und Kindheit steht. Die drei Geschwister sind zerstritten und der Vater wie ein Fremder. Doch Jo Ellen ist nicht alleine auf die Insel gekommen…
Wer macht diese seltsamen Fotos? Was ist seine Motivation? Was geschah vor 20 Jahren? Und welche Rolle spielt ein alter Bekannter aus Kindertagen?
“Insel der Sehnsucht” erzählt die perfide Geschichte vom Hunger nach Macht, Perfektion und den dunklen Abgründen der menschlichen Psyche. Dabei spickt Nora Roberts das Ganze mit gleich drei Liebesgeschichten und setzt den Fokus auf Fotografie.
Jo Ellen ist Fotografin und auch ihr perverser Stalker scheint hierfür eine Affinität zu besitzen und sucht stets nach dem perfekten Motiv.
Die Einblicke in den Kopf des Fremden sind düster und beklemmend. Wobei Nora Roberts sich nicht in expliziten Details verliert, sondern vielmehr mit der Stimmung und dem Kopfkino arbeitet und spielt.
Der Wendepuntk der Handlung hat mich überrascht und schockiert. Wohingegen der Showdown doch recht kurz, zahm war und mich eher unzufrieden zurückließ. Irgendwie fehlte da das Quätchen…
Alles in allem gute Unterhaltung, die mir Gänsehaut bescherte.
4 von 5 Filmrollen
#25/2018

Informationen zum Buch

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Heyne (9. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453410394
ISBN-13: 978-3453410398
Originaltitel: Sanctuary
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