Rezension: Nachtwild von Gin Phillips

(c) dtv Verlag

Klappentext:

Dunkler als die Nacht. Wilder als ein Tier. Näher als du glaubst.
Es ist ein herrlicher Tag und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – da hört sie plötzlich Schüsse. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen. Sie weiß nicht, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als weitere Schüsse fallen, flüchtet sie mit Lincoln in ein leer stehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein. Sie muss Entscheidungen treffen und Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Inhalt:

Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo.

Als sie mit ihrem Sohn nach Hause gehen möchte, hört sie kurz vor dem Ausgang Schüsse und ihr ist sofort klar, dass sie sich verstecken muss um sich und ihren Sohn zu retten.

Während sie auf der Suche dem idealen Versteck durch den Zoo läuft, sieht sie Leichen, sie sieht andere Menschen, die Hilfe benötigen, aber sie denkt nur an sich und Lincoln.  Denn ihr ist bewusst: Hinter jeder Ecke könnte der oder die Schützen lauern, andere Menschen, die sie verraten könnten und nicht zuletzt die Tiere im Zoo, die eine Gefahr darstellen.

Es geht nur noch um das eigene Überleben und das ihres Kindes.

Wie weit geht man als Mutter um das Leben des eigenen Kindes zu schützen?

Rettet man andere Menschen, oder überlässt diese ihrem Schicksal?

Kann man mit seinem Gewissen leben, wenn man nicht hilft?

Fazit:

Gin Phillips, schreibt mit diesem Buch einen  Roman welcher die Situation der Lebensbedrohung in ein uns allen bekanntes Umfeld holt, dem Zoo.

Wir erleben mit Joan eine Mutter, die wie ein Habicht über ihren Sohn wacht. In Gedanken und Beschreibungen erleben wir die Bindung Mutter-Kind und daraus ergebend, resultieren Joans Taten und Reaktionen während der Stunden des Terrors.

Auch Ihre Gefühle und Ansichten bleiben für uns nicht unentdeckt…

Zitat Seite 76-77:
“Joan atmet ein und aus. Ein und aus. … Sie war sich sicher, dass er Stiefel trägt, die laut auftreten, aber es ist lange, lange Sekunden ganz still, dann hört sie die Glastür zischen, als sie aufgestoßen wird – sie hat nie zuvor bemerkt, wie komplex das Geräusch ist, ein langes Pfeifen und ein kurzes Stöhnen und Luft die eingesaugt wird und selbst danach, als die Tür offen steht und nicht mehr klagt, sind noch immer keine Schritte zu hören.”

Die Sprache der Autorin ist eindringlich und bildhaft. Als Leser hat man den Zoo inklusive der “Attraktionen” und der Halloween Dekorationen genau vor Augen.

Man schleicht mit Joan durch den Zoo und spürt ihre Angst und ihre Entschlossenheit in jedem Satz, jedem Schritt und jeder Aktion.

Erinnerungen an ihre Kindheit geben uns immer wieder einen weiteren Einblick in die Psyche von Joan. Ihre doch recht morbide Fantasie in Hinsicht auf ihren Sohn und dessen mögliche Todesarten sind erstaunlich und ich habe keine Ahnung, ob alle Mütter Schreckensvisionen oder Fantasien über den Tod des eigenen Kindes haben und sich vorstellen, wie man das z.B. ihrem Mann beibringen muss…

Auch die Gespräche mit Ihrem Sohn sind stellenweise berührend bzw. erschrecken, denn Hoffnung spenden die Worte nicht.

Zitat Seite 135:
“Sie spürt wie sein ganzer Körper sich warm an sie drückt… “Wenn sie uns umbringen, kommt unser Körper dann in den Himmel?” “Die Seele kommt in den Himmel.” “Achja”, haucht er.”

Ein intensiver und dramatischer Thriller über die Taten von Amokschützen, aber viel wichtiger: Wie weit geht man um das eigene Kind zu retten?

Drei Stunden Terror, Angst und Beklemmung werden in diesem Buch eindringlich beschrieben.

Auch wenn ich keine Mutter bin, waren für mich die Beweggründe für Joans Handeln nachvollziehbar, aber sind sie auch moralisch vertretbar?

Aber würden ich anders reagieren, wenn ich in dieser Situation wäre?

Würde ich andere Leute retten oder schreiende Babies, die mich das Leben kosten können?

Fragen, die mich nach dem Ende des Buches noch beschäftigt haben.

Einen Kritikpunkt habe ich und das ist die Szene von Joan und dem Handy.  Sie telefoniert mit ihrem Mann, schreibt ihrem Mann Nachrichten was passiert ist und was er der Polizei sagen soll, aber sie nimmt selber keinen Kontakt zur Polizei auf, warum nicht? Das war für mich nicht nachvollziehbar?

Von mir gibt es für Nachtwild 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Buchinformationen:

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (29. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342326196X
ISBN-13: 978-3423261968
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Hallo ihr zweiich musste gerade über mich selbst lachen, spwas passiert ja nur mir. Ich habe eine Rezension von euch verlinkt und anstatt Tii habe ich Tü im Text stehen. Muss mal suchen gehen bei welcher das war und bessere es aus – tschuldigung.So jetzt aber zum Buch. Tolle Story und ja , ich will das lesen. Scheint sehr spannend zu sein aber auch eine bedrohliche Stimmung zu haben. Jetzt muss ich mal schauen ob es das Hörbuch gibt und wer das spricht.Super schöne Rezension, dass mit der moralischen Frage würde mir bestimmt genauso gehen.Liebe Grüße und ein schönes OsterfestKerstin