Buchgeflüster: Blogger vs Kritiker

Hallo Ihr Lieben,

es ist wieder soweit, der dritte Freitag im Monat ist da und unser Buchgeflüster ist damit “fällig”.

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mich schon lange beschäftigt, eigentlich schon länger als ich blogge und von daher ist es wohl auch wert, dass ich ein paar Worte darüber verliere.

Worum es geht, bzw. welche Fragen stellen sich mir:

Warum werden wir Blogger häufig von den “Literatur”-Kritikern nicht ernst genommen?
Warum werden wir wegen unserer Bilder belächelt?
Warum gibt es häufig hämische Sätze über uns im Literaturteil von Zeitungen?

Wenn ihr wissen wollt, was ich denke und dazu sage, dann folgt mir doch einfach…

Herzliche Grüße Eure #ANA

Immer wieder erleben wir, dass wir als Blogger von den Journalisten und Kritikern nicht ernst genommen werden.

Wir müssen uns anhören:

  • dass unsere Beiträge nicht objektiv sind
  • dass wir Rechtschreibfehler machen
  • dass unsere Bilder zu schön sind
  • dass wir unsere Bilder wichtiger finden, als den Beitrag zum Buch
  • dass unsere Überschriften zu plakativ sind
Aber warum müssen wir uns das anhören?
Warum ist es so schlimm, wenn man schöne Fotos macht, um die Bücher entsprechend in Szene zu setzen?
Es ist gar nichts schlimm daran und die Verlage, allen voran die Fantasy-Verlage, haben selber erkannt, dass man mit einem Buch, das nett in Szene gesetzt ist mehr erreichen kann, als bloß mit der digitalen Darstellung des Covers.
Also machen wir wohl alles richtig!
Bedenklich werden Fotos erst, wenn alles andere wichtiger ist, als das eigentlich Buch, das nur noch irgendwo im Hintergrund als Dekoration zu erahnen ist…
Rechtschreibfehler:
Wer fehlerfrei ist, der möge den ersten Stein werfen… Wer Zeitung liest, der weiß es: manchmal muss man sich fragen, ob vor der Veröffentlichung überhaupt irgendwer das gelesen hat, was getippt wurde.
Mein Motto: Wer einen Fehler findet, der darf ihn gerne behalten – denn Irren ist menschlich.
Ich persönlich glaube ja, dass sich die Kritiker bedroht fühlen durch die Blogger. Aber wir Blogger sind doch überhaupt keine Literaturkritiker und wollen doch auch keine sein, oder?
Wir wollen über Literatur schreiben, wir wollen unsere Leidenschaft mit anderen Menschen teilen.
Wir schreiben doch meistens über Bücher, die es eh nicht ins Feuilleton schaffen würden.
Horror, Liebe, Erotik, Krimi und Thriller sind eher selten auf diesen Kritikerseiten anzutreffen und das ist keine subjektive Meinung:
Zitat von der Webseite des Goethe-Instituts: 
“Fantasy-, Liebes-, und Horror-Romane erreichen nur selten das Feuilleton der etablierten Print-Presse. Blogger geben ihnen ein Forum – sprichwörtlich: Auf den Blogs wird oft fleißig diskutiert. Zudem verstehen sich die Blogger als eine offene und integrative Gemeinde, die mit Links auf die Blogs anderer Literaturliebhaber verweist.”
Wie sehe ich uns Blogger?
Ich verstehe uns eigentlich als Ergänzung zum klassischen Literaturkritiker. Wir erreichen mit unseren Blogs doch viel mehr Menschen, die gar kein Interesse daran haben sich die Feuilletonseiten einer Zeitung anzusehen.
Wir sind viel flexibler, wir sind interaktiver, wir reden miteinander und auch mit unseren Followern.
Wir können mit unseren Blogs uns selbst darstellen und unsere Vorlieben präsentieren.
BILDQUELLE: PINTEREST
Wir lieben es über unsere Leidenschaft, dem Lesen, schreiben zu können.
Zitat von der Webseite des Börsenblatt / Literaturszene:

“»Letztlich können wir die verschiedenen Zielgruppen dank der Vielzahl der Kanäle viel genauer adressieren«, sagte jüngst Dr. Uwe Rosenfeld, Geschäftsführer von S. Fischer, im Interview mit Bookster. Leser haben unterschiedliche Bedürfnisse und informieren sich über unterschiedliche Medien – dass Blogs dabei eine immer größere Rolle spielen, haben viele Verlage längst erkannt, für sie haben sie mittlerweile einen ähnlichen Stellenwert wie die Presse. Konkurrenten sind sie dennoch nicht, sie ergänzen einander; Blogger beschreiten neue Wege, geben neue Impulse, erreichen neue Lesergruppen. Mit dem alleinigen Ziel, die Leidenschaft für Literatur, die sie antreibt, auch in anderen zu entfachen. Und nur darum geht es.”

Wir möchten die Menschen zum Lesen mobilisieren und keine Bücher oder Autoren in der Luft zerreissen, aber wir teilen auch mit, wenn uns ein Buch nicht gefallen hat. Das Begründen wir dann mit unserer Meinung und stehen auch dahinter.
Wir als Blogger sind in der Lage einen Hype für Bücher auszulösen durch unsere Posts und Interaktion.
Wie Literaturkritiker sich äußern möchte ich mit folgendem Zitat von Lesering.de verdeutlichen:
BILDQUELLE: ARD
“Sebastian Fitzek kriegt für “Das Joshua-Profil” sein Fett weg. “Wie kann es sein, dass ein so talentloser, klischeeverhafteter und – mit Verlaub – dummer Autor wie Sebastian Fitzek landauf, landab von der deutschen Kritik als “Thriller-König” bejubelt wird?”, fragt Denis Scheck. Der Kritiker vermutet, Fitzek würde “sein Manuskript in Keilschrift auf Steinplatten beim Verlag abgeben”. Sebastian Fitzek, so mokiert sich Denis Scheck weiter, “markiert für mich die Nulllinie der deutschen Gegenwartsliteratur.”
Das ist also objektiv?
Das ist nicht plakativ?
Das ist also konstruktive Kritik eines Literaturkritikers?
Ist das wirklich professionell?
Alles Punkte, die man uns ankreidet und hier mit einem Statement eines bekannten Kritikers in unmöglichster Form praktiziert wird.
Glaubt eigentlich wirklich irgendjemand, dass die Kritiker die Bücher alle gelesen haben – oder haben sie eine Schar von kleinen Literaturbegeisterten Menschen um sich geschart, die ihnen hinterher eine Zusammenschrift erstellen und markante Passagen anstreichen? Ich glaube das letztere und zwar aus vollem Herzen!
Final möchte ich folgendes sagen:
Wir Blogger sind wichtig, auch für die Verlage. Diese arbeiten gerne mit uns zusammen, denn wir tun etwas für das Buch und damit auch für den jeweiligen Verlag.
Wir wissen es zu schätzen, wenn wir ein Belegexemplar erhalten. Wir posten Bilder, verbreiten das Cover mit schicken Fotos im Netz, wir teilen unsere Freude über das neue Buch.
Wir halten unsere Follower auf dem Laufenden während wir lesen. Wir unterhalten uns mit anderen, die dieses Buch auch lesen oder gelesen haben.Auch die Autoren möchten ich hier nicht vergessen, denn jede Rezension ist für den Autor wichtig. Das ist sein Feedback zu seiner Arbeit und eine der wenigen Möglichkeiten zu hören, ob sein Buch gut ankommt. Bei Selfpublishern nehmen wir Blogger nochmal einen viel größeren Stellenwert ein, aber dazu gibt es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal einen gesonderten Artikel.

Last but not least:
Wir sollten uns über diese selbstverliebten Journalisten, Kritikern und Zeitungen, die uns immer wieder anprangern, gar nicht ärgern. Sie sind nur verstimmt, dass wir mehr Erfolg haben als sie.
Lasst uns weiter tolle Fotos machen und unsere Begeisterung oder auch unseren Unmut über Bücher veröffentlichen. Lasst die Welt wissen was wir denken und fühlen. Wir schreiben für die breite Masse an Lesern und ich denke, da können wir durchaus stolz drauf sein.
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Hey ihr Lieben, ein schön zusammengefasster Bericht. Wie schade dass er mir bisher durchgegangen ist. Als ich anfing zu bloggen, habe ich Rezensionen für mich geschrieben, um meine Gedanken festzuhalten, um mich mit einem Buch, seinem Stil, seiner Sprache und seinem Inhalt intensiver auseinanderzusetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das dann aber etwas anders, beziehungsweise, meine Rezensionen wurden für andere Menschen interessant. Das war und ist ein unglaublich tolles Gefühl. Man vertraut meiner Meinung und kann anhand meiner Rezensionen einschätzen, ob ein bestimmtes Buch die richtige Wahl für den Leser ist. Ist das nicht großartig? Der Blog wächst, die… Weiterlesen

Da bin ich mal wieder voll und ganz bei dir. Vor allem was die Interaktion angeht – den Austausch und auch Diskussionen mit Lesern und auch Autoren. Da können Feuilletonseiten einfach nicht mithalten. Und Kritiker, die dahingehend anderer Meinung sind, sollten mal den Sprung ins 21. Jahrhundert wagen. 😉 Und Blogger wegen Rechtschreibfehler zu tadeln, mag bei einigen zwar angebracht sein, aber der Großteil der Blogger ist durchaus in der Lage, weitestgehend fehlerfreie Texte zu veröffentlichen. Tippfehler passieren und kommen auch in Büchern vor, die sogar ein Lektorat durchlaufen haben. Was die Bilder betrifft: mir selbst ist es eigentlich egal,… Weiterlesen