Rezension: Nebeltanz – Carola S. Ossig

Klappentext:

Jolanda, Tochter von Staatsanwalt Volker Schilling, mit dem die Frankfurter Hauptkommissarin Jessica Steinfels seit Jahren eng zusammenarbeitet, wurde vergewaltigt und mit eingeschlagenem Schädel tot im Grüneburgpark aufgefunden. Jessica schwört ihm, Jolandas Mörder zu finden. Doch bevor sie ihr Versprechen einlösen kann, erhält sie die an sie persönlich gerichtete anonyme Ankündigung eines Mordes. Was zunächst wie ein übler Scherz wirkt, entpuppt sich als Auftakt einer brutalen Mordserie, bei der der Täter fast täglich ein neues Opfier hinrichtet. Jessicas Ermittlungen führen sie nicht nur tief in die Vergangenheit von Täter und Opfern, sie offenbaren auch Abgründe, die schier unglaublich sind – und die sie auf eine Spur führen, von der sie sich wünscht, sie niemals entdeckt zu haben.

Inhalt:

Der Roman startet mit einem Rückblick und man erfährt aus der Sicht eines Jungen, welche Qualen er im Internat erleiden musste. Sexueller Mißbrauch durch Mitschüler, Lehrer und vermutlich auch dem Pastor schienen dort “normal” zu sein und alle Vorfälle wurden verschwiegen bzw. mit Geld alle Zeugen mundtot gemacht.
In den ersten Seiten darf man nicht zimperlich sein, denn die Autorin nimmt dort kein Blatt vor den Mund, was die Gewalt angeht, die den Kindern dort widerfahren ist.

Danach springt man dann aber in das hier und jetzt und ist bei dem Mordfall Jolanda angekommen.
Jessica Steinfels wird als leitende Ermittlerin eingesetzt den Mörder des Mädchens zu fassen. Doch während dieser Ermittlung erhält sie das erste Schreiben des Serienmörders:

“Eins, zwei, drei
der Tod eilt herbei!”
(Zitat Seite 85 aus Nebeltanz – erschienen beim Mainbook Verlag)

Eine entsprechende Gegennotiz beim ersten Opfer wird ebenfalls gefunden:
“Eins, zwei, drei
der Tod eilt herbei!
Dies ist die Eins:
die Leich’ eines Schweins.
Freuet Euch sehr,
denn es folgen noch mehr!”
(Zitat Seite 106 aus Nebeltanz – erschienen beim Mainbook Verlag)

Dieses Katz und Mausspiel setzt sich fort, bis endlich alle Puzzlestücke zusammenfinden und beide Fälle gelöst werden können…

Fazit:

Carola S. Ossig hat hier einen clever inszenierten Roman geschrieben, der das Thema Kindesmißbrauch doch ziemlich in den Mittelpunkt stellt.  Ein schwieriges Thema, das hier aber aufzeigt, was aus Kindern werden kann, die einst Opfer waren.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und lässt einen an den Zeilen hängen.
Während man den Ermittlungsarbeiten für beide Verbrechen folgt fragt man sich unweigerlich wie es zusammenhängt, außer dass Jessica Steinfels an beiden beteiligt ist.

Wie großartig das zum Ende aufgelöst wird – und was es für ein Ende ist!
Kein “Wischiwaschi-Ende” sondern ein harter und finaler Knall.

Einige Aspekte in diesem Buch haben sicherlich dazu führen sollen, dass man sich in Jessica besser hineinversetzen kann, allerdings hätte das für mich überhaupt nicht sein müssen. Um ein Beispiel zu nennen: Ihre Begegnung mit Nele und das spätere Telefonat haben überhaupt nichts gebracht bzw. haben mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Sicherlich kein Buch für Leute, die defintiv nichts über Kindesmißbrauch lesen oder auch nur mit dem Thema in Berührung kommen möchten.

Für mich war es ein harter, aber wirklich gelungener Krimi/Thriller der sich mit diesem schwierigen Thema befasst hat und eine mögliche und durchaus logische Konsequenz daraus aufzeigt.
Das Buch ist weder geschmacklos noch reißerisch in dieser Hinsicht, aber es ist definitiv bedrückend.

Von mir bekommt dieses Buch volle 4,5 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung an alle, die keine Scheu vor diesem Thema haben.

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