Rezension: Der grüne Palast von Peggy Hohmann


Eine Geschichte von Freiheit und Liebe

Wien, 1816: Gräfin Lazansky wird beauftragt, Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien zu begleiten. Vor ihnen liegt eine aufregende und zugleich beschwerliche Reise ans andere Ende der Welt. Die junge Gräfin ist wenig erfreut, dass auch Fürst Metternich mit von der Partie ist. Der kluge politische Kopf gilt am Hof als skrupelloser Schürzenjäger. Er war es auch, der die Hochzeit mit dem portugiesischen Thronfolger für Leopoldine eingefädelt hat. Was die Frauen nicht ahnen: Seine Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich als eine große Lüge.

 

Beurteilung:

Peggy Hohmann entführt uns ins Jahr 1816 und erzählt uns mit Hilfe von 185 Briefen (geschrieben von verschiedenen Figuren) von dem Leben der jungen Erzherzogin Leopoldine.

Der Grundverlauf der Geschichte ist im Grunde genommen klar und in Stein gemeißelt. Frau Hohmann versucht lediglich dem Ganzen Leben einzuhauchen und aufzuzeigen welche Intrigen, politisches Kalkül, Dramen, Lügen und vieles mehr hinter dem Lebensweg der jungen Erzherzogin gesteckt haben (könnten). Eines ist gewiss, als Frau und besonders als Tochter politisch relevanter Personen, war das Leben kein Zuckerschlecken. Liebe ein Mythos. Freiheit ein schöner Traum.

Eine Aufgabe, die meine Hochachtung verdient. Nicht nur die horrende Recherchearbeit, sondern auch die Idee dies alles in Briefe zu verpacken ist immens.

Doch zeitgleich sind genau diese Briefe auch der Schwachpunkt. Es fehlen jegliche zeitliche Angaben. Wieviel Zeit liegt zwischen den einzelnen Briefen?
In ihrem Schreibstil sind die Briefe nahezu identisch, sodass (abgesehen von den Überschriften/Unterschriften) nie wirklich klar ist, wer da nun wem schreibt.
Auch lässt der Stil ohne klassische Handlungsverlauf jeglichen Spannungsbogen vermissen, und lässt die Figuren recht farb- und formlos wirken.

Aber wer weiß, vielleicht ist einfach mein Auge auch einfach zu ungeschult im Umgang mit diesem Erzählstil, dass ich seinen Charme nicht erkennen und erliegen kann.

Dennoch empfinde ich das Konzept an sich sehr interessant und die darin steckende Arbeit gigantisch.

Von mir gibt es 3 von 5 Briefbögen.

#80/2017

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