Rezension: Das Mädchen und der Stier von Stefan Mani

(c) Edition M

Beschreibung:

Die isländische Antwort auf Stephen King: ein düsterer Thriller des preisgekrönten Erfolgsautors Stefán Máni.

In einer verlassenen Ecke Islands, wo der weite Himmel bis zur Erde reicht und nur das Brausen des fernen Meeres zu hören ist, haben zwei junge Touristinnen eine Autopanne. Zu Fuß erreichen sie einen einsamen Bauernhof. Auf ihrer Suche nach den Bewohnern entdecken sie in der Scheune zwei Tote, grausam zugerichtet. Auch im Wohnhaus machen sie einen ähnlich entsetzlichen Fund. Aber bevor sie fliehen können, merken sie, dass sie nicht allein auf dem Hof sind …

Inhalt:

Das Buch beginnt genau mit der im Klappentext beschriebenen Szene und dem Leser wird ein wirklich guter Eindruck vermittelt von dem, was der Mörder getan hat.
Die Anfangssequenz lässt sich am ehesten als bizarr und düster beschreiben und Stefan Mani hat einen direkt am Haken.
Wenn man weiter liest stellt man schnell fest, dass das Buch mit dem Ende beginnt und man eine Reise durch das Leben der Protagonisten unternimmt, um wieder bei diesem Punkt auszukommen.
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Hanna als Hauptprotagonistin,was die junge Frau erlebt hat und wie es zu diesem unglaublichen Morden gekommen ist.
In nicht chronologischer Reihenfolge erzählt uns Mani:
  • Wie sie dem Elternhaus entfliehen kann, aber auf Grund von falschen Freunden und Entscheidungen eine Hölle gegen die nächste eintauscht.
  • Wie die Probleme ihr über den Kopf wachsen und sie eine Entscheidung trifft mit weitreichenden Konsequenzen.
Stefan Mani nutzt als Hinweis vor den “Zeitsprüngen” der einzelnen Kapitel  immer ein “tick tack” und auch dies hat einen Bezug zur Geschichte.

Fazit:

Wer den Klappentext liest erwartet eigentlich einen reißerischen und ziemlich blutrünstigen Thriller, bei dem es primär um diese Morde geht, doch das ist nicht so. Wir arbeiten uns durch das Leben der Menschen um zu diesem Punkt zu kommen, um zu verstehen wie es dazu kommen konnte.
Zimperlich darf man für dieses Buch trotzdem nicht sein, denn Mani stellt die Gewaltszenen durchaus drastisch dar und beschönigt nichts.
Gewöhnungsbedürftig ist sicherlich der Schreibstil des Autors. Die Sätze wirken teilweise schroff, kurz und abgehakt. Kein Wort zu viel und keins zu wenig.
Die Kühle und auch Gefühllosigkeit der Protagonisten wird dadurch unterstrichen und machen für mich einen Teil des Charmes dieser Geschichte aus.
Nichts in diesem Buch geschieht zufällig, sondern alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und greift zum Schluß nahtlos ineinander, um auf das Finale hinauszulaufen.
Die Charaktere des Buches sind allesamt keine Sympathieträger. Selbst Hanna, die ein wirklich schreckliches Schicksal hat, konnte mich nicht für sich einnehmen, auch wenn ich schockiert war.
Ist das schlimm?
Für mich persönlich nicht, denn dieses Buch braucht keine Sympathien. Es ist düster, kalt, erschreckend, will schockieren und provozieren.
Im Laufe der Geschichte wird auch klar, warum dieses Buch den eherungewöhnlichen Titel hat und ich denke, er ist perfekt gewählt inkl. dem Cover.
Für mich war es ein unglaublich komplexer und erschreckender Roman über das Schicksal einer jungen Frau, der mich begeistert hat.
Eine Leseempfehlung für Freunde der Noir-Literatur mit 5 von 5 Punkten.

Angaben zum Buch:

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Edition M

Erscheinungstermin: 14.11.17
ISBN-10: 1542049695
ISBN-13: 978-1542049696
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Steht schon weit weit oben auf meiner Wunschliste und hoffe es zu Weihnachten dann auch mein eigen nennen zu dürfen – bin mega neugierig auf die Geschichte!

Duuuu verrückte Nudel – dankeeeee :-*

:-* :-* :-*