Rezension: Die sieben Meere der Mutigen von Nicole Chisholm

(c) Nicole Chisholm

 

Eine Frau. Ein wildes Herz. – Wie stark muss ihre Seele brennen, bis sie in die Freiheit stürmt?

London, 1807. In Frances lodert das Abenteuer und der verrückte Gedanke, die Welt zu bereisen. Doch ein Unglück reißt ihre Zukunft ins Ungewisse. Ist es wirklich nur eine bittere Laune des Schicksals? Oder lauert ein Feind in ihrem Nacken?
Von Frances wird fortan erwartet, sich der strengen Etikette der Gesellschaft zu verschreiben. Aber sie wählt den Weg der Mutigen. Im Geheimen forscht sie nach Antworten und findet die Spur zu ihrem Widersacher. Und schon zieht sich eine Schlinge um ihren Hals. So fest, dass es nur noch einen Ausweg gibt …

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 279 Seiten

Beurteilung:

Wir reisen nach London im Jahre 1807 und treffen dort auf die junge Frances und ihre Familie. Frances Leben ist wohlbehütet und luxuriös, da ihr Vater zwar nicht in der direkten Erbfolge aber dennoch Mitglied des höheren Adels ist. Ihr Leben ist geprägt durch Teegesellschaften, Studien, Handarbeiten, Bällen und der Suche nach dem perfekten Ehegatten. Ihr Leben auf dem Silbertablett wird nur durch ihr eher aufbrausendes Temperament und Verbote die väterliche Bibliothek zu nutzen getrübt.Doch eines Tages wird Frances Leben auf dem Kopf gestellt. Bei einer gemeinsamen Ausfahrt wird die Familienkutsche in einen schweren Unfall – der kein Unfall ist – verwickelt und ihre Eltern kommen ums Leben. Von Trauer zerfressen begibt sich Frances auf die Suche nach dem Mörder und sticht damit in ein Wespennest der Superlative. Schneller als ihr lieb sein kann entbrennen wilde rufschädigende Gerüchte in der hohen Gesellschaft. Das zusammen mit dem Umstand, unter der Fuchtel des widerwärtigen und bösartigen Onkels leben zu müssen, entschließt sich Frances zur Flucht. Sie reißt aus.

Eine abenteuerliche Reise durch die Unterschicht und Slums London beginnt…

Wird Frances den Mörder ihrer Eltern entlarven? Kann sie den Fängen ihres Onkels entfliehen? Was hat es mit der mysteriösen Bekanntschaft mit dem Straßenjungen Henry auf sich? Welche Rolle spielt ein altes Buch, das einst ihrer dänischen Großmutter gehörte?

Nicole Chisholm erzählt eine spannende Geschichte um Verrat, Zwietracht, Vertauen und das jeder seine ganz eigenen Prüfungen im Leben zu bestehen hat. Jeder hat seine ganz eigenen Meere zu überwinde,n auf dem Weg zum Lebensglück.

Im Grunde genommen ist “Die sieben Meere der Mutigen” kein klassischer historischer Roman, sondern vielmehr ein Jugend-Abenteuer-Roman mit historischem Flair. Wobei dieser “Flair” sehr fundiert und authentisch ist. So beschreibt die Autorin das Leben der adeligen Frau, das quasi nur daraus besteht schmückendes Beiwerk zu sein und keinerlei Rechte enthält, sehr anschaulich. Auch das Leben auf den Strassen und das Leben der Gesellschaft an sich, ist sehr bildhaft beschrieben.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir nicht so recht zu helfen wusste mit Gaeldirs Auftritten. Hat Frances nur eine blühende Fantasie oder wird sie verrückt? Natürlich war diese Nebenfigur hilfreich und relevant, um die “sieben Meere” zu verstehen, aber irgendwie zieht sie das ganze aber auch ins Fantasy-Genre.

Ebenfalls tat ich mich eher schwer mit Frances Naivität und die Oberflächlichkeit der Schwester. Ähm, Hallo?! Deine Eltern wurden ermordet und du hast keine größeren Sorgen als deine Hochzeit? Ja, ist ok….nicht.Tut mir Leid, aber dieses Verhalten erschloß sich mir nicht sonderlich.

Wer also Abenteuer auf historischen Hintergrund mag, wird hier seine helle Freude haben.

Ich persönlich fühlte mich durchaus gut unterhalten, auch wenn mir einiges eher unlogisch erschien und die Figuren etwas gesichtlos anmuteten.

Von mir gibt es daher nur 4 von 5 Rundschilde.

#77/2017

 

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