Rezension: Nulllinie von Felix A. Münter

(c) Papierverzierer Verlag

Taschenbuch: 222 Seiten
Verlag: Papierverzierer Verlag
Erscheinungsdatum: 02.09.17
ISBN-10: 3959626045
ISBN-13: 978-3959626040

Klappentext:

Als ob Oscar mit der Krankheit seiner Tochter nicht schon genug Probleme am Hals gehabt hätte, reist auch noch sein Bruder Alain ab, um irgendwelche journalistischen Nachforschungen in Moldawien anzustellen. Eigentlich hatten sie ausgemacht, dass sich Alain alle zwei Tage bei ihm meldet. Doch auf einmal erfolgen keine weiteren Anrufe. Aus der leichten Beunruhigung wird schnell blanke Angst, da Alain weder auf Anrufe noch auf E-Mails reagiert. Zum Unmut seiner Frau macht sich Oscar, der einst in der Fremdenlegion gedient hat, auf den Weg, seinen Bruder zu suchen. Zwischen intriganten Soldaten, Verrätern und Gangsterbossen beißt er sich durch, um der dünnen Fährte seines Bruders zu folgen.
Ein Thriller, der eindeutig mehr Wahrheiten bereithält, als wir es wahrhaben wollen …

Inhalt:

Oscar ist ehemaliger Fremdenlegionär und harte Einsätze gewöhnt. Auf diesen Einsatz hat ihn aber auch seine komplette Kampferfahrung nicht vorbereiten können.
Trotz der Gewissensbisse verlässt er seine Familie, um seinen jüngeren Bruder Alain zu suchen.
Wir begleiten Oscar auf seiner Reise durch Osteuropa auf der Suche nach seinem Bruder. Als Fremdenlegionär scheut Oscar Gewalt nicht, um an Informationen zu kommen oder unliebsame Menschen aus dem Weg zu räumen.
Immer wenn er glaubt seinen Bruder aufgetrieben zu haben, werden ihm neue Steine in den Weg geworfen.
Der Reporterspürsinn von Alain hat ihm eine Geschichte eingehandelt, die ihm scheinbar über den Kopf gewachsen ist. Oscar verfolgt die Spur seines Bruders von Moldawien, nach Rumänien über Transnistrien in die Ukraine bis er schließlich in der Türkei landet.
An einer Stelle wird in dem Buch über “Die verschwundenen Menschen” geredet, die einfach weg sind, als wären sie vom Erdboden verschwunden und klar ist, was Alain entdeckt hat und über was er berichten wollte.
Eine Hetzjagd quer durch Osteuropa und immer scheint Oscar einen kleinen Tick zu spät zu sein.

Fazit:

Was als Suche nach seinem Bruder beginnt, wird auch eine Erzählung über die Menschen und die Lebensbedingungen in den o.g. osteuropäischen Ländern, in dem ganz klar Sozialkritik steckt und in dem nichts beschönigt wird. Bestechung von Militär und Polizei, die schlechten Lebensbedingungen der Leute und die Verzweiflung werden dargestellt. Die gesamte Situation hinterlässt einen schalen Geschmack im Mund.
In der Türkei, am finalen Ziel seiner Jagd, deckt Oscar dann das große Geheimnis auf und ich gestehe, damit habe ich nicht gerechnet.
Auch nicht mit der Verknüpfung, die sich daraus ergibt für das Leben von Oscar und seiner Familie…
Ein wirklich rasanter Thriller, der ein ganz besonderes Gimmick aufweist:
Nulllinie ist nicht nur der Titel, sondern es gibt auch eine Herzkurve, die immer wieder an Stellen des Buches auftaucht. Achtet beim Lesen mal auf diese Illustration.
Mich hat der Thriller für ein paar Stunden mit nach Osteuropa genommen auf eine wirklich rasante Schnitzeljagd mit einem für mich wirklich aufwühlendem Ende.
Die Frage, die mich ganz zum Schluss beschäftigt hat war die: Wie würdest Du jetzt mit diesem Wissen umgehen?
Der Schreibstil von Felix A. Münter ist flüssig und stimmig. Mit seiner Sprachwahl schafft er es, die Handlung voranzutreiben und einen als Leser zu fesseln.
Auf etwas mehr als 200 Seiten darf meine keine allzu ausgearbeiteten Protagonisten erwarten, aber es reicht absolut aus, um sich ein Bild der Figuren zu machen und eine Abneigung oder Zuneigung zu empfinden.
Eine klare Empfehlung für alle, die Actionthriller mögen, die nicht mit einem Mega Happy-End aufhören.
Von mir gibt es 4 von 5 möglichen Punkten
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