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Rezension: In den Armen eines Gentleman von Tessa Dare

(c) Blanvalet Verlag

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

20. Juni 2016
ISBN-10: 3734102960
ISBN-13: 978-3734102967
Originaltitel: A Lady by Midnight (03 Spindle Cove)

Klappentext:

Kate Taylor war zeit ihres Lebens auf sich gestellt – doch sie glaubt an die Liebe und sehnt sich nach Romantik und Zweisamkeit. Nie hätte sie dabei an Corporal Thorne gedacht: Er ist eiskalt – aber auch unwiderstehlich attraktiv. Als ein mysteriöser Fremder nach Spindle Cove kommt und nach Kate sucht, gibt Thorne vor, ihr Verlobter zu sein. Er weiß jedoch, dass Kate mit einem Mann wie ihm nicht glücklich würde, und versucht, ihr bezauberndes Lächeln aus seinen Gedanken zu verbannen. Der Kampf mit seinen Gefühlen ist die härteste Schlacht, die Thorne je schlagen musste. Und es sieht aus, als würde er sie verlieren …

Beurteilung:

Spindle Cove ist ein kleiner Urlaubsort am Meer, der gerne von den feinen Damen der Gesellschaft zur Erholung aufgesucht wird. Doch für Kate Taylor ist dieser Ort ihr Zuhause. Sie lebt ihr und verdingt sich als Musiklehrerin und unterrichtet die Urlauber an verschiedenen Intrumenten und im Gesang. Kate ist eine zierliche, ruhige eher unauffällige Person. Das einzige Auffällige an ihr ist ein Geburtsmal…ein Feuermal im Gesicht, an ihrer Schläfe. Sie ist ohne bedeutsamen familiären Hintergrund, da sie eine Waise ist und in einer gestrengen Mädchenschule aufwuchs, wo man ihr stets ihre Bedeutungslosigkeit einprägte und als “Kind der Schande” bezeichnete. Doch trotzdem hofft sie eines Tages mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren und wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie. Und hofft eines Tages aus den kleinen Fragmenten ihrer Erinnerung mehr erfahren zu können. Was hat es mit der Farbe blau, einen Liedervers über Blumen und dem Satz “Sie tapfer, kleine Katie” auf sich?
Corporal Thorne ist der Befehlshaber der Miliz von Spindle Cove. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde er nach dorthin entsandt und lebt nun dort. Er ist groß, stark, und erschreckend einschüchternd. Alleine sein Blick aus seinen blauen Augen lässt das Blut in den Adern gefrieren. Doch zeitgleich scheint er wie ein Magnet zu sein. Über seine Vergangenheit, selbst so eine Banalität wie sein Vorname, ist niemanden in Spindle Cove nur das geringste bekannt.
Über Jahr und Tag gehen sich Kate und Thorne aus dem Weg und wenn sie aufeinander treffen ist es alles andere als ein trauter Moment. Viel mehr enden alle Gespräche oftmals im Streit und besonders Thorne scheint eine enorme Abneigung gegen Kates Gesellschaft zu haben.
Doch stimmt das oder ist das nur gespielt? Warum hegt Thorne so eine Abneigung gegen ein gewissen Lied? Wer sind diese Fremden, die plötzlich in Spindle Cove auftauchen und wahnwitzige Behauptungen in den Raum werfen? Und welche weiteren Geheimnisse treten zu Tage?
Tessa Dare zaubert eine durchaus kurzweilige Geschichte aufs Papier, die auch ganz gut den Titel “Liebe wider Willen” tragen könnte. In deren Verlauf sich ein kleiner Hund als neuer Liebesbote verdingt.
Dabei bedient sie sich kunterbunter Figuren, die für den kleinen Ort Spindle Cove quasi Markenzeichen sind, deren Schrullen und Eigenheiten ihres Gleichen suchen.
Erfrischend ist es, dass das Paar im Mittelpunkt des Geschehens im Vergleich zu anderen Romanen dieser Art recht “einfach” sind. Hier wird gänzlich auf gesellschaftliches Tamtam verzichtet und die Helden sind eher robust und rustikal, als Wortakrobaten und feine Geister.
Man bekommt einen Blick auf das Leben im 19ten Jahrhundert jenseits der feinen Gesellschaft, Bällen und Teegesellschaften…sondern von Zuchthäusern, Freudenhäusern, Militär und Co.
Im Grunde genommen eine schöne Geschichte davon, dass Liebe sich nicht an gesellschaftliche Regeln hält und keine Grenzen kennt. Und ein Leben die seltsamsten Wendungen nehmen kann. Und die Redewendung “jeder ist seines Glückes Schmied” durchaus seine Berechtigung hat.
Allerdings finde ich es ausgesprochen Schade, dass Tessa Dare sich in gewissen Aspekten fernab jeglichen Realitäten bewegt und die Gegebenheiten in Sachen Frauenrecht, Erbrecht und Homosexualität im 19ten Jahrhundert gänzlich ausser Acht lässt. Gewisse ist es aus den künstlerischen Aspekt sehr nett und interessant, aber lässt doch sehr stark an Authenzität missen.
Daher gebe ich in Summe nur 3,5 von 5 möglichen Partituren.
#14/2017
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2 Comments
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02/03/2017 14:10

Huhu
Das Buch hört sich eigentlich ganz gut an, kleiner Hund gefällt mir auch 🙂 allerdings hätte es wohl besser recherchiert gehört, schade. Ich pack es mal auf meine wuli.
LG Sonja